Ich machte Zivildienst in einer Einrichtung für schwer erziehbare Jugendliche und junge Erwachsene und wollte so dem Kriegsdienst entgehen, aber gleichzeitig etwas Gutes tun und helfen. Gleich am ersten Tag wurde ich neugierig von den Jugendlichen beäugt, da ich im Sportanzug ankam und Gewichtbändern um Hand- und Fußgelenken ankam ... ich bin von denen wohl für bescheuert erklärt worden. Egal, jedenfalls gab man mir im Beisein mit anderen Betreuern, welche teilweise ebenfalls Zivildienstleistende waren eine Auswahl an „Patienten“, denen wir uns annehmen sollten.
Schnell waren alle Hefter der zu Betreuenden weg und ich konnte nur das letzte vom Tisch nehmen. Die Vermutung lag nahe, daß ich die ars... gezogen und den übelsten Patienten bekommen hatte ... als ich die Mappe aufschlug, da wußte ich auch gleich warum.
Der Patient war eine Sie und war von ihrem Vater mißhandelt worden und vermutlich auch sexuell mißbraucht. Ich laß mir ihre Vorgeschichte sehr auf aufmerksam und konzentriert durch. Unten waren dann noch wichtige Daten genannt: Neigt zu Gewalttätigkeit, Schreit häufig, weint, sagt oft die Unwahrheit und solche Sachen. Als ich ihr Geburtsdatum sah, da wunderte ich mich, denn sie war eigentlich keine junge Erwachsene mehr. Ich rechnete kurz nach um kam dann auf ihr Alter ... sie war 28 Jahre alt. Sie ist zehn Jahre alt und so könnten wir vom Alter her tauschen, damit es – im Bezug auf das Alter – besser passen würde.
Als ich die Gewichtsbänder abgemacht und in meinem zugewiesenem Spind eingeschlossen hatte ging los. Dem Text entnahm ich, wo das Zimmer 666 ist und hoffte, daß diese bezeichnende Zahl keine Brandmarkung ist, denn dann wäre ich völlig im ars.... Zu meinem übertriebenem Respekt vor Frauen, die ich nur verbergen kann, wenn sie auf gewissen Abstand sind oder ich zumindest den Augenkontakt vermeide, da muß ich ausgerechnet auf so jemanden aufpassen, der die größte Aufmerksamkeit benötigt ... also auch die konzentrierte Beobachtung mit den Augen.
Schließlich stand ich vor der Tür ihres Zimmers und ging dann hinein, nachdem mir ein Wächter aufgemacht hatte und hinter mir wieder absperrte. Oh Gott, war diese Frau ein Psychopath und wirklich gewalttätig?
Egal, das Zimmer war abgedunkelt und ich fühlte mich wie in einem Horrorfilm, der meine Haare langsam aufrichtete und sich eine Gänsehaut bildete. „Hallo Frau Müller?“ fragte ich vorsichtig und wartete eine Reaktion ab. „Ich bin Zivildienstleistender und heiße Jens.“
„Es ist mir scheiß egal, wie du heißt Jens.“ schrie sie mich von der Seite an, wo ich sie nicht vermutet hatte.
Ich schreckte etwas zurück und drückte meinen Rücken gegen die Wand. „Jedenfalls haben sie sich meinen Namen gemerkt.“ sagte ich leise und führte sie leicht absurdum, da sie, wenn ihr der Name völlig egal wäre, mir einen anderen Begriff an den Kopf geworfen hätte. Oder sie war einfach zu faul und hatte den Namen einfach nur nachgeplappert.
Sie lachte leise. „Tu Schee.“ sagte sie. „Wieso hast du denn so viel Angst?“
„Sie kennen doch sicherlich ihre Akte, das müßte als Antwort genügen, oder?“ erwiderte ich. „Überflüssige Antwort...“
„Stimmt.“ sagte sie und ging zum Fenster, dessen Vorhänge sie beiseite zog. Sie hatte eines dieser langen Nachthemden an, die nach hinten hin offen waren ... und so sah ich – als der Vorhang langsam verschwand und es heller wurde – ihren nackten Hintern. Schnell drehte ich mich um.
„Gefällt dir was du siehst?“ fragte sie leise und drehte sich. Sie warf einen kleinen Hocker und er zersplitterte an der Tür, der mich heftig zusammenzucken ließ und meine Beine wurden schwach, so daß ich mich auf den Boden setzte. Sie kam mir sehr nahe, hob ihr Nachthemd an und als ich das erkannte schloß ich meine Augen. Sie stellte die Frage noch einmal: „Gefällt dir was du siehst?“ Sie sah vermutlich zu mir herab, denn plötzlich gab sie mir eine schmerzhafte Ohrfeige und dann hörte ich ihre tapsigen Schritte, die ihre nackten Füße hinterließen.
Meine Hand strich über die geschlagene Wange. „Sie bist eine schöne Frau, aber ich werde bestimmt nicht da weiter machen wo dein Vater oder andere vermutlich aufgehört haben.“
Ich hatte wieder die Augen geöffnet, aber ich sah zur Seite ... so würde ich immerhin mitkriegen wie nah sie mir war und gegebenenfalls ausweichen können, wenn sie wieder handgreiflich werden würde. Sie drehte sich wieder zu mir um: „Oh, ein Milchbubi mit Vorsätzen? Ich sage dir eines, gib sie nie auf ... aber bei mir ist es längst zu spät dafür.“
Ich lachte und sagte dann ganz leise: „Milchbubi bei der alten Dame.“
Sie kam schnell auf mich zu und ich wendete meinen Blick zur anderen Seite ab, doch sah ich ihren Schatten größer werden. „Ich bin nicht alt! Pubertärender Junge.“ Sie gab mir erneut eine heftige Ohrfeige.
„Ich bin 18 und soll auf Jugendliche oder junge Erwachsene aufpassen, aber sie sind 28 Jahre alt. Als junge Erwachsene würde ich das nicht mehr einschätzen.“
Sie setzte sich neben mich und fragte sich ganz leise im Flüsterton: „Ich bin schon 28?“
Was haben sie nur mit ihr gemacht fragte ich mich und drehte meinen Kopf zu ihr. Sie hatte das Gefühl für die Zeit vergessen. Wurde sie hin und wieder mit betäubenden Medikamenten vollgestopft, damit sie ruhiggestellt werden konnte?
Ihr Kopf hing immer mehr herunter und dann begann sie im Stillen zu weinen, eine Träne um die andere fielen auf ihr Nachthemd.
„Was ist los?“ fragte ich und reichte ihr meine linke Hand vorsichtig entgegen. „Du wirkst auf mich, als hättest du jegliches Gefühl für Zeit verloren. Was für Medikamente bekommst du?“ Sie sah mich bitterböse an. „Ich meine wofür? Wie fühlst du dich, wenn du sie nimmst?“
Die Gewitterwolken verzogen sich leicht und sie sah wieder mit gesenktem Kopf herunter ehe sie sagte: „Wenn ich die Medikamente nehme, dann fühle ich mich sehr müde und daneben auch irgendwie willenlos.“
„Müde und willenlos?“ fragte ich noch einmal wiederholend. „Bekommst du Besuch, wenn du die Medikamente genommen hast?“
„Seitdem ich die Medikamente seit zwei Tagen nicht mehr genommen habe eigentlich nicht, aber davor hatte ich viel Besuche.“ sagte sie. Sie waren meist zu dritt und hatten mir die Augen verbunden, festgehalten und dann fühlte ich wie sich mancher auf mich legte. Sie ... ich ... sie haben ...“ Sie weinte auf einmal hemmungslos und ich nahm sie plötzlich in den Arm, sie wehrte sich nicht, doch etwas schien sie zu beschäftigen.
„Nimm die Medikamente auf keinen Fall mehr und wehre dich bei jedem der dich zu etwas zwingt was du nicht willst.“ sagte ich. „Ich schreibe mir die Namen der Medikamente auf und frage mal außerhalb nach, wofür die eigentlich gut sind. Sag mir wenn ich dir noch irgendwie helfen kann, dann mache ich es ... Ehrenwort. Laß nie wieder zu, daß sich jemand auf dich legt, es sei den daß du das willst.“
Sie nickte nach dem letzten Satz leicht und verharrte so in meinen Armen bestimmt eine halbe Stunde. Dann fragte ich schließlich: „Hast du eigentlich auch andere Kleidung als dieses Nachthemd?“
Sie schüttelte leicht den Kopf: „Nein, nur vier andere, die diesem hier gleichen.“
„Ich bringe dir morgen andere Kleidung mit, dann können wir vielleicht irgendwann mal spazieren gehen.“ sagte ich leise.
„Irgendwann?“ fragte sie.
„Heute ist mein erster Tag und da habe ich keinerlei Vollmachten. Das einzige was ich machen kann ist hinter verdeckter Hand zu fragen ob ich mit dir einen Spaziergang machen könnte.“ erklärte ich. „Aber selbst das ist schon gefährlich.“
„Da magst du Recht haben.“ sagte sie und löste sich langsam, meine Arme lösten die Umarmung und sie stand auf. Ihr Hintern guckte auf mich hinab und glaubte den Ansatz ihres Geschlechts erkannt zu haben. Schnell drehte ich mich mit knallrotem gesicht zur Seite. „Ich glaube deine Zeit ist um für heute. Geh lieber, bevor die anderen irgendwas daraus folgern und dich dann zu jemand anderen schicken. Schreibe nur Schlechtes über mich, sonst kommt noch jemand auf die Idee zu mir zu wollen. Also außer dem Besuch, als ich noch die Medikamente genommen habe.“
Ich stand jetzt auch auf und dann drehte sie sich noch einmal zu mir. Sie sah tief und eindringlich in meine Augen als ich ihr sagte: „Ich werde nur die brutalen Aspekte unseres Treffens erzählen.“ Sie nickte, aber jeglicher Hass vom Anfang war verflogen.
„Wie alt bin ich noch einmal?“ fragte sie und guckte zur Seite.
„Wir haben heute den 24. April 2006 und dein Geburtsdatum ist der 27. August 1977.“ sagte ich und sie umarmte mich erneut, weinte wieder mit beinahe lautlosem Wimmern. „Du bist nicht alt, du siehst sehr jung aus und bist eine schöne Frau.“
„Sag mir bitte jedes Mal wenn du kommst wie alt ich bin, denn ich vergesse manche Dinge schnell.“ sagte sie und ich legte meine Arme um sie. Die Hände waren auf ihrer nackten Haut ... die linke knapp unterhalb der Schultern, während die rechte im unteren Viertel der Wirbelsäule war ... und ihrem Po ziemlich nahe. Als ich mir dessen bewußt werde, da zucke ich kurz in meinen Armen und löse die Umarmung.
„Was ist?“ fragt sie. „Du darfst mich umarmen.“
„Mir ist nur so komisch, denn du bist ja fast nackt.“ sagte ich und versuchte mich zu lösen, doch sie hielt mich immer noch fest, ich könnte deutlich ihre Brüste fühlen und die machten mich auch noch nervös, ja, fast rieb sie ihren Körper an meinen.
Langsam löst sie sich und sagt: „Mir würdest du nie weh tun, da bin ich mir ganz sicher.“
Ich lächelte kurz und drehte mich dann zur Tür. Bevor ich den Signalschalter betätigte sagte ich leise: „Eigentlich könnten wir wirklich tauschen, denn dumm bist du wirklich nicht.“ Der Schalter wurde betätigt und sie drehte mich plötzlich. Sie drückte ihren Mund auf meine Lippen und sah während dessen in meine Augen. Ein leichtes Flackern ging durch meinen Körper und diese Welle sah man vermutlich auch in den Augen. Mir wurde weich in den Knien, als es schließlich an der Tür raschelte und blitzschnell schritt sie zum Fenster wo sie hinaus sah. Ich hob schnell die Mappe auf und die Tür ging auf.
„Sind sie fertig?“ fragte der grimmige Typ.
Sie schreit so laut sie kann: „Ja, er ist fertig [Ich halte mir die Ohren zu] mit mir!“ Sie dreht sich um und rennt auf die Tür zu. Schnell zieht er mich heraus und schließt sie schnell, dreht den Schlüssel um. Ein lautes Bollern ertönt an der Stahltür, an der sie
„Sie sehen ja ziemlich schlimm aus.“ sagte er und zeigte auf meine geschwollenen Wangen.
„Ach das geht schon.“ sagte ich leise und ging mit der Akte in der Hand in die Kantine. Ich schrieb mir die Namen der Medikamente ab, machte mir noch Notizen über vermerkten Gewaltausbrüche und anderer Dinge. Die Finger meiner rechten Hand fuhren über die Lippen. Was war mit mir passiert? Sie hatte mich geschlagen, mich geküßt und jetzt war mir so furchtbar, je mehr ich darüber nachdenke. Ich aß ein Müsli, denn sonst gibt es nur etwas für die „Aasfresser“ und einige gucken mich schon so seltsam an, als sie neben der großen Schüssel voll Müsli noch zwei Bananen und ein Apfel sehen.
Als ich mit dem Essen fertig war, warf ich einen Blick auf die Uhr ... 16.28. „Scheiße!“ sagte ich leise und räumte schnell meine Sachen weg. „Ich muß noch schnell zur Besprechung und einen Bericht abgeben.“ Schnell kritzelte ich auf das Formular: Sie neigt zur Gewalttätigkeit und schreit häufig. Stimmung schwankt stark. Viel mehr fiel mir nicht ein in den 90 Sekunden und rannte in den letzten 30 Sekunden zum Besprechungsraum hin.
Leise – aber etwas außer Atem – betrat ich den Raum, wo schon alle angetreten waren und ihre Zettel von Beurteilungen abgegeben hatten. Ich ging zu dem Leiter und legte ihm meinen Zettel hin. Er sah sofort, daß ich nicht sonderlich „viel“ geschrieben hatte, aber sagte: „Es ist eine schwierige Patientin, nicht wahr?“
„Da stimme ich zu, aber ich gebe nicht so schnell auf.“ sagte ich. „Noch nicht!“ Dann setzte auch ich mich an den Tisch. Wir sprechen eine gute halbe Stunde und bei mir kommen sie zum Ergebnis, daß die Frau Müller bei mir nicht so aggressiv gewesen ist. Wie sie darauf kommen fragte ich. Als Antwort bekam ich schlicht, daß ich nicht verletzt sei.
„Einer der letzten Wärter hatte eine tiefe Schnittwunde im Bauch und traut sich seit dem nicht mehr in dieses Zimmer.“ sagte der Leiter der Anstalt.
Dann wird sie auch einen sehr guten Grund gehabt haben, daß sie so etwas getan hatte dachte ich ... nein, ich glaubte es zu wissen. Ich vermutete, daß sie von ihrem Vater mißbraucht wurde, dann hat sie ihn mit Körperverletzung zumindest ähnlich schwer verletzt wie diesen Wärter, der ihr bis zu dessen Tat an die Wäsche gegangen ist und vergewaltigt hatte. Krankes Haus dachte ich, während wir uns alle voneinander verabschiedet hatten.
Ich hatte Feierabend, aber dachte immer noch nach, wie ich ihr helfen kann. Als sie mich fragte „Gefällt dir was du siehst?“, da hatte mich es an etwas erinnert ... an einen Film, aber ich kam nicht drauf und während ich darüber nachdachte, was es genau war gurtete ich mir die Hand und Fußgewichte an.
Ich war gerade im Gedanken, da sagte jemand leise: „Oh, der schon wieder?“
Ich sah kurz auf mit konzentriertem Blick und fragte: „Was mit mir?“
Er drehte sich nur zu seinem Spind und schloß diesen dann ab. Bevor er rausging sagte er: „Sei vorsichtig wenn du bei ihr bist. Sie ist sehr gemein! Tschüß!“ Dann ging die Tür zu.
Ich dachte leise nach: „Sie ist gemein? Wieso ist sie gemein? Sie war es vielleicht im Gefühl von Angst verletzt zu werden und da hatte sie scheinbar auch allen Grund dazu.“
Ich nahm den Rucksack und ging jetzt in den wohlverdienten Feierabend.
Abends guckte ich noch im Internet nach, was die Medikamente bewirkten und fand Schlimmes heraus. Sie bekam immer vier Sachen. Eines konnte ich selbst nach stundenlanger Recherche nicht herausfinden, doch die anderen drei wirkten im Coctail wie diese K.O.-Tropfen und machten sie praktisch wehrlos. Ich druckte es aus und fragte mich: „Was tun?“ Zuletzt schickte ich den Namen des vierten Medikaments per Suchumfrage in die Weiten des WWW und hoffte bald eine Antwort zu bekommen.
Ich ging gegen 22 Uhr schlafen, doch dachte ich noch lange nach und wachte am Morgen sehr verschlafen auf. „Aaaaaah.“ gähnte ich und war so müde. Ein Blick auf die Uhr: „Man, ist das schon wieder so spät? Mist.“
Ich stand auf, war kurz unter der Dusche und zog mich schnell an. Die Gewichte wieder umgegurtet und dann ging ich mit dem Rucksack zu dieser „Klapse“, die auch für Verbrechen an Schutzbefohlener mißbraucht wird. Ich trödelte etwas und kam dann in den Raum, als schon alle weg waren, außer dem Leiter der noch gewartet hatte und mich böse ansah.
„Entschuldigung sie, daß ich zu spät gekommen bin, aber ich habe letzte Nacht kaum schlafen können.“ sagte ich leise und sah auf die Mappe hinab. Ja, es war tatsächlich wieder ihre und ich hob sie auf.
„Da haben sie wohl wieder Pech gehabt, oder die anderen Glück.“ sagte er und lächelte schon wieder leicht. „Sie schaffen das schon, aber kommen sie morgen bitte pünktlich, sonst muß ich ihnen irgendwann einen Verweis geben!“
„Ja, ich werde pünktlich sein, Ehrenwort.“ sagte ich und machte mich auf den Weg in die Hölle ... den Raum 666. Den langen Gängen entlang betrachtete ich die teils gemalten Bilder an den Wänden und schließlich stand ich wieder am Tor zur Hölle. Nein, es war nicht die Hölle, naja, jedenfalls nicht für mich ... doch für sie war es eben wie ein Käfig, ein Knast, aus dem sie – bei diesen Typen, die sie mißbraucht und wohl auch weiter mißbrauchen wollen – wohl lange nicht herauskommen würde ... vermutlich.
Der Wächter machte die Tür auf und ich ging hinein. Sie stand am Fenster und sah nach draußen, als sie sagte: „Hallo Jens. Ein schöner Tag heute nicht wahr?“
„Kann sein, aber ich hatte nicht die Zeit es zu bemerken ... ich habe schlecht geschlafen und bin zu spät gekommen.“ sagte ich und guckte zur Seite, denn ihr nackter Hintern war mir zugewandt.
Sie drehte sich um: „Zu spät?“ Sie lachte leise, wohl weil ich nicht zu ihr guckte und kam auf mich zu. „Hey Kleiner, du kannst wieder gucken. Hast du eigentlich Kleidung ...“
„Scheiße.“ unterbrach ich sie. „Ich hab´s vergessen. Tut mir leid.“
„Hm... schade.“ sagte sie. „Ich dachte ich kann dir vertrauen.“
„Ich ...“ flüsterte ich betroffen und sah in meinem Rucksack, den ich dieses Mal mit reingenommen hatte und kramte darin. Nur ein T-Shirt zum Wechseln. „Mist ... ich kann dir nur ein übergroßes T-Shirt geben und mein Slip, den ich jetzt trage, aber ... .“
Sie kam näher. „Bring mir morgen ein Slip mit, das T-Shirt wird erst einmal reichen.“ sagte sie. Ich sah in den Rucksack und griff dieses T-Shirt heraus, aber da ließ sie ihre Hüllen – was ja nur ihr „Nachthemd“ war – fallen ... sie stand wieder nackt vor mir und genoß wohl mein nervöswirkender Blick, der sich dann zur Decke richtete.
„Hier.“ sagte ich und hoffte sie würde es sich gleich überwerfen, doch lachte sie leise.
„Bin ich so häßlich?“ fragte sie leise und kam mir verdächtig nahe, umarmte mich, während eine Hand mir den Kopf etwas zu ihr herunterneigen ließ. Ich kniff die Augen zu, immer noch das T-Shirt in der Hand, was für sie nicht wichtig schien und küßte mich ganz einfach so. Der verkniffene Gesichtsausdruck verschwand langsam und ich fragte, als ich mich kurz von ihren Lippen lösen konnte: „Was machst du mit mir?“
„Therapieren!“ flüstert sie leise und muß dann fast lachen. Sie reißt mir das T-Shirt aus der Hand und geht zum Bett, auf daß sie sich setzt. Etwas breitbeinig sitzt vor mir und fragt wieder einmal: „Gefällt dir was du siehst?“ Sie läßt sich Zeit mit dem T-Shirt, also es sich überzustreifen.
Ich sah wieder ausweichend in eine ganz andere Richtung als in ihre und sagte nicht, daß es mir gefällt, sondern nur: „Du bist eine schöne Frau, aber mit tiefen Narben in der Seele und ich glaube du willst mit mir spielen, um dann beweisen zu können, daß du doch stark geworden bist ... obwohl es dich vermutlich innerlich zerreißt.“
Sie war ganz still auf einmal und es war als stände die Zeit still hier im Raum. Ich drehte mich zu ihr um, doch sie schien gar nicht mehr zu reagieren, sondern guckte starr aun die ihr gegenüberliegende Wand. Langsam liefen Tränen aus ihren Augen, langsam drückte sie diese mit einem langsamen Blinzler ganz heraus und starrte weiter die Wand an. Ich kam ihr näher und setzte mich neben sie. „Wie ist eigentlich dein Name?“ fragte ich.
Sie wand ihren Kopf zu mir um, aber ich war mir sicher daß sie mit den Tränen allenfalls die Farben wahrnahm aber keine scharfen Linien um mich visuell erkennen zu können. „Alex.“ sagte sie und legte sich langsam mit dem Rücken ins Bett, während sie sich mir zugewandt drehte und ihr rechtes Bein anwinkelte, anhob und hinter mich wieder hinlegte. Es war so als sei sie von einer depressiven Phase wie betäubt, denn sie sagte nichts weiter und schloß ihre Augen, welche den Rest der Tränen rausdrückte.
Ihr linkes Bein legte sie auf meine Oberschenkel und als sie dies tat betrachtete ich kurz dieses Bein, aber dann fiel mir auf, daß ihr Geschlecht unbedeckt war ... wohl seit dem Moment als sie das rechte Bein angewinkelt und angehoben hatte. Meine Hand ging langsam und lautlos zu der unteren Kante des T-Shirts, die ich zwischen Zeigefinger und Daumen nahm und langsam vorsichtig herunterzog. Der Stoff zieht sich dabei auch über ihre leicht gepreizten Oberschenkel, was merken müßte.
Plötzlich macht sie ihre Augen auf, wohl um zu sehen was ich mache und der grimmige Ausdruck verschwand schnell einem nachdenklich fragendem Blick. Ich weichte ihrem Blick aus und sah auf die Uhr. Zwei Stunden noch und ich hab keine Ahnung was ich hier mache.
Dann frage ich aus dem Bauch heraus: „Willst du etwas wissen? Irgendwas.“ Ich sah wieder in ihre Augen und sie grinste.
„Egal was?“ fragte sie und zweifelte irgendwie, daß sie eine angemessene Frage stellen würde. Doch dann stellte sie diese Frage: „Hast du einer Frau schon mal die Muschi geleckt?“
Ich sah zur Tür, denn ihre Frage machte mir etwas Angst. „Was ich mich jetzt frage ist, warum du mir diese Frage gestellt hast. Mein erster Gedanke ist, daß du sie gestellt hast, damit du mir gegenüber Stärke demonstrierst und zeigen willst, daß dir die schlimmen Schatten der Vergangenheit nichts angehabt haben, aber das glaube ich nicht, sonst hättest du vorhin keine Tränen gezeigt. Oder es war wirklich ein Versuch mich anzubaggern und aus der Reserve zu locken.“
„Vermutlich hast du mit beiden gar nicht einmal so unrecht.“ flüsterte sie und rückte mir hinter den Rücken, während sich ihre Beine um mich legten und die nackten Füße zwischen meinen Knien zum Stillstand kamen. Ihre Arme schlangen sich um mich und die Hände streichelten meinen Oberkörper.
„Du sagtest vermutlich? Wieso, warum vermutlich?“ fragte ich.
„Glaubst du, daß jede Antwort immer so einfach ist?“ fragte Alex. „Alles spielt irgendwie zusammen und du bist der erste, der sich mir nicht aufdrängt und scheinbar nur helfen will, aber versucht meiner Verführung zu widerstehen. Jeder andere hätte mich schon flachgelegt, wenn ich es denn zugelassen hätte.“
„Dann war alles nur ein Test den du für mich gestellt hattest?“ fragte ich leise, als sie ihren Kopf auf meine linke Schulter legte und sich an mein Ohr schmiegte ... es kitzelte bei ihrer Berührung.
„Weiß nicht, beides denke ich ... denn ich hab dich ja auch sehr gern.“ sagte sie und ein Fuß legte sich mit dessen Unterseite in meinen Schritt, versuchte sie nach meinem Glied zu tasten ... ihn zu stimulieren?
Ich drückte mit der rechten Hand dagegen. „Bitte mach das nicht.“ sagte ich, aber allein jetzt im Gedanken daran was sie vermutlich vorhatte wuchs er schon ... ein Kribbeln kündigte sich an.
„Zeig mal deine Uhr.“ sagte sie und zog meine Hand so, daß sie einen Blick darauf werfen konnte. „Du hast noch gut eine Stunde, wenn es mich nicht täuscht, oder?“
„Ja, stimmt.“ sagte ich. „Aber du hast jetzt doch nicht das vor, was ich fast vermute?“
„Nein, natürlich nicht.“ sagte sie. „Weißt du, ich hatte noch nie ein Freund, und du bist so wie ich ihn mir gewünscht hätte.“
„Hör bitte auf, du machst mich verlegen.“ sagte ich und zitterte leicht, was sie ganz bestimmt merkte. „Ich ...“ mir fiel nichts ein was ich sagen konnte, ja, jetzt fielen mir die Wort für eine ablehnende Erwiderung.
„Du mußt nichts sagen, und auch nichts tun was du nicht willst.“ flüsterte sie leise. „Wenn du möchtest gehe einfach, sage nur, daß du es willst oder tu es ohne ein Wort.“
Ich sagte nichts. Es machte mich dermaßen nervös, daß sich das Zittern noch stärker wurde ... und eigentlich wollte etwas in mir ihre Berührung entspannt und im vollem Bewußtsein der Sinne erfahren, doch jetzt blieb nur ... ja was blieb mir? Nichts? Stillstand. Ein Hängen in der Luft.
Plötzlich zog Alex sich eng an mich und drängte mich auf die Seite, strich mit der einen Hand vorsichtig, während die andere mich und ihre Beinen fast fixierten. „Beruhige dich, es doch nichts Schlimmes mit einer Frau im Bett zu liegen, die dich gern hat und die du auch magst.“ Dann zog sie die Decke über unser beider Körper und wir lagen einfach nur da. Sie lag an meinem Rücken gelehnt, ihre Arme und Beine wollten mich nicht gehen lasen ... hatte ich das Gefühl.
Meine Gedanken kreisten wie wild, doch die kommende Wärme verursachte eine Trägheit und das Zittern verschwand langsam im Hintergrund.
Schließlich war ich innerlich wieder so ruhig, daß ich wieder zu Worten fand: „Die Medikamente die du genommen hattest ... ich habe im Internet geforscht und ...“ Sie legte mir ein Finger auf die Lippen.
„Laß uns die Ruhe genießen, bis du wieder gehen mußt.“ flüsterte sie und fuhr mit ihren Lippen unter meinem Ohrläppchen entlang, es fühlte sich schön an und mein Kopf wand sich genußverzehrt unter dieser Berührung.
Wir lagen eng umschlungen und das eine volle Stunde, ohne daß der eine vom anderen Sex verlangte ... obwohl wir ihn wohl beide gewollt hatten. Sie kuschelte sich an mich, es schien als würden wir einen Körper werden und sie strich meinen Körper ... diese süße Wärme, dieses kribbelnde Gefühl von wachsender Ungeduld ... es machte mir Angst, aber gleichzeitig freute ich mich auf die sich langsam aufbauende und immer mehr ankündigende Explosion ... an dem es eskalieren wird. Ja, mein Atem wurde schwerer und mein Kopf wurde schwach, lehnte sich weiter nach hinten in den Nacken ... näher an sie.
Dann, ich wollte einfach nur einschlafen in ihrer Umklammerung, da ertönte der Gong zum Feierabend und meine Augen öffneten sich. Ein Gefühl von Frustration machte sich leicht in meinen Gedanken breit, doch was wäre wenn ich hier bleiben würde? ... ? Keine Ahnung, ich würde vermutlich meine Zivildienststelle verlieren und nicht nur das ... auch Alex wäre Vergangenheit, da sie hier eingesperrt ist und keinen Besuch empfangen darf laut einer vermerkten Anordnung.
Ich stand also langsam auf und Alex löste ihre Umklammerung langsam, wobei sie wieder hinter mich rückte und ihren Kopf auf meine Schulter legte. „War das so schlimm?“ fragte sie.
„Nein, wunderschön!“ flüsterte ich leise und lehnte meine Wange an ihre. Ihre rechte Hand schob sich unter meinen rechten Arm hindurch, legte sich an meine rechte Körperhälfte und drehte mich, während gleichzeitig ihre linke Hand meinen Kopf drehte und dann sah sie mich für einen Bruchteil einer Sekunde an. Dann schloß sie ihre Augen und kam mit ihren Lippen immer näher, legte ihren Kopf auf die Seite und küßte mich. Ich fühlte mich so leicht und glaubte zu schweben. Kraftlos ließ ich mich in Rückenlage drängen, und wie vom Magneten angezogen tasteten sich meine Hände an ihre Oberschenkel, über die sie sanft streichelten. Wie in Trance gezogen, vom Wohlgefühl der Wärme und dem Gefühl von Geborgenheit, ließ ich es einfach mit mir machen.
Sie war nicht direkt aufdringlich, nicht in sexueller Hinsicht ... so schien es jedenfalls. Sie küßte mich einfach nur, ohne den Sex zu erzwingen. Die Decke lag neben uns und mit ihr verschwand langsam diese wohlige Wärme. Noch immer war ich in dem Bann und streichelte langsam kreisend an ihrer Haut höher.
Meine Hände lagen an knapp über dem Becken direkt an ihrer Haut, als ich aus dem himlischen Zustand gerissen wurde. Nicht durch den Lärm oder andere Extreme, einzig allein die mangelnde Wärme schien der Grund zu sein. Ich machte die Augen auf und verkrampfte irgendwie – merklich für sie – , denn sie hatte auch ihre Augen geöffnet und sah mir in die Augen ohne etwas zu sagen.
Sie schien zu verstehen was passiert war und richtete sich auf allen Vieren stehend über mir sitzend, wobei ihr Rücken stark abfiel. Meine Hände waren immer noch an ihrer Haut über dem Becken und mit ihnen war auch das T-Shirt etwas nach oben geschoben, so daß ihre Muschi mit den gebeugten Beinen links und rechts neben mir positioniert gut sichtbar war. Ich sah über diesen Punkt, um danach wieder in ihre Augen zu sehen, aber schon wanderte er schon wieder dorthin. Sie lachte leise, beugte sich weit über mich und gab mir noch einen recht langen Kuß, welcher der Abschiedskuß werden sollte.
Schließlich richtete sie sich auf und legte sich auf den Rücken, wobei ihre Beine gespreizt waren und sie ihre magisch anziehende Zone präsentierte. „Du solltest jetzt wirklich langsam gehen.“ sagte sie und ich richtete mich auf, setzte mich aufrecht an die Bettkante, aber nicht ohne den Blick zwischen ihre Beine. Ihre Muschi war etwas geöffnet und etwas tief in mir verlangte danach sie zu lecken ... oder gar mehr.
„Die Frage, die ich dir vorhin stellte.“ begann sie und zeigte mit einen Finger zwischen ihre Beine. „Diese Frage sollte nicht nur als Frage gelten, sondern dir auch etwas anderes sagen.“
Ich guckte verwirrt und neigte meinen Kopf leicht zur Seite.
„Die Frage sollte auch gleichzeitig den Wunsch ausdrücken, daß ich dort einmal sehr gerne geleckt werden würde.“ flüsterte sie leise und beinahe geheimnisvoll.
Ich glaubte rot zu werden und obwohl ich es auch irgendwie wollte, so war die Scham es zu tun doch größer, denn ich unterließ es an diesem Tage und sie bemerkte meine Unbehaglichkeit, meine Nervosität, denn sie kam an mich heran und umarmte mich ein letztes Mal. „Du mußt es ja nicht tun, nicht heute und niemals, aber es würde mich sehr freuen und glücklich machen.“ sagte sie. Für zwei Minuten blieben wir still und dann flüsterte sie. „Du solltest jetzt gehen.“ Ein kurzer Abschiedskuß auf die Wange und dann schob sie mich zur Tür.
Ich betätigte den Signalschalter und wenig später kam die Wache, um die Tür zu öffnen. Wenig später ging ich nach Hause. Alle bis auf den Wachdienst waren schon aus dem Gebäude wie es schien, denn ich traf niemanden ... außer den Pförtner vielleicht. So endete also mein Tag. Ich mußte eigentlich einen Bericht schreiben über den heutigen tag, aber meine Gedanken waren nur erfüllt von gigantischer Erotik und den Wunsch sie zu berühren ... mehr als es heute der Fall war.
