[Hat eigentlich mal wieder jemand Lust gemeinsam eine Story zu schreiben? Also der eine fängt an und dann kommt der nächste und so weiter?]
Er hatte eine schöne Nachbarin, allerdings wohnte er in einem Wohnblock, Sprich: er hatte kein Haus für sich allein. Eines Nachts, sein Bett steht am Fenster, so daß er immer raus sehen konnte, wenn er sich im Bett aufrichtete ... da passierte es. Diese Nacht sollte vollkommen anders werden als jede der vorangegangenen. Im Moment absoluter Finsternis – es war Neumond und kurz nach Mitternacht – dringt ein gleißend-heller Lichtstrahl in sein Zimmer. Er übte sich in Geduld, aber als es nach einer halben Stunde nicht verschwand richtete er sich auf um dessen Quelle zu ermitteln. Sein Blick fixierte ein Fenster, hinter dem sich ein hell ausgestrahlter Raum befand.
Er mußte sich eine Weile an das wirklich sehr helle Licht gewöhnen und versuchte sich den „Sand“ aus den Augen zu reiben, denn er glaubte eine Reflexion in einem Spiegel zu erkennen und langsam wurden die Linien klarer. Plötzlich erschrak er vor Scham, als er eine Person sah, welche in einem Handtuch gewickelt – aber sonst vermutlich nackt war - im Badezimmer nahe dem Fenster stand. Er fühlte sich ungewollt als Voyeur und wollte sich dem Reiz schnell entziehen, bevor sie hoch sieht ... .
Nein, plötzlich sah sie – wie in einem Zug zum Gedanken seiner Befürchtung – tatsächlich hoch. Sein schneeweißes porentief und arielmäßig reinstes Schlafanzug mußte er ausgerechnet heute anhaben, welches ihr Licht so reflektierte, als wäre er ein zweiter Mond in der Nacht. Alle anderen Fenster waren dunkel und schwarz in der zwar nicht weißen, aber recht hellen Farbe was tagsüber ein recht helles Grau ist ... somit mußte sein Schlafanzug auch so verräterisch sein, wie ein Nadelstich im Auge des Betrachters oder hier ... der Betrachterin.
Er fühlte sich ertappt und winkte kurz mit entschuldigend wirkender Art, während er zur Seite guckte um zu signalisieren, daß er nicht spannen wollte und legte sich wieder hin. Er guckte nicht mehr zu ihr, aber dennoch sah er sie. Nackt hatte er sie nicht gesehen, aber trotz fehlendem visuellem Kontakt sah er sie im Geiste Nackt und er wurde langsam erregt. Er fand sie wunderschön, die sich tagsüber nie wirklich hübsch kleidete, sonder eher funktionell und bequem.
Dann nach einigen Augenblicken verschwand sie aus der Erinnerung seines Gedächnises, das plastisch wirkende Bildnis von ihr und eine Sehnsucht war geweckt sie noch einmal zu sehn um seinen Gedanken an sie wieder genügend Plastizität zu verleihen, wovon er in dieser Nacht vielleicht träumen könnte. Er richtete sich auf und sah noch einmal ein letztes Mal zu ihrem Fenster – sie stand immer noch da und sah mit Ellenbogen auf die Fensterbank aufgestützt zu ihm hoch. Er war verwundert, daß sie immer noch dort war, zu ihm hochsah und lächelte, stellte sie sich wieder hin ... lies ihr Handtuch – das um sie gewickelt war – zu Boden fallen. Sie war jetzt vollkommen nackt vor seinen Augen und tanzte langsam am Fenster, doch mein Wille sie haben zu müssen war erwacht ... nur ... nein, sie wird mich nur verarschen. Wahrscheinlich will sie eh nur ihre exhibitionistische Ader ausleben, also versuche ich dem zu widerstehen und lege mich wieder zurück ... starre in die Dunkelheit über mir.
Er dachte mehr an sie als je zuvor und drehe mich von einer Seite zur anderen, woraufhin wieder schnell die andere Seite folgte.
„Jetzt reicht´s!“ sagte er mehr zu sich und stand auf. Durch den immer noch hellen Schein fand er den Lichtschalter in Rekordzeit und nach dem Öffnen der Tür ging zur Küche. Ihm war so warm, daß er das Gefrierfach aufmachte und sich ein Glas eiskalten Korns ein Glas goß. Eigentlich trank er praktisch nie, aber heute ... das war eine Ausnahme, denn er wollte gegen einen Wunsch ankämpfen ... ihn dämpfen und vergessen, um endlich schlafen zu können. Die Kälte des Getränks und dessen Schärfe soll ihm hilfreich sein. Er leerte ihn mit einem schnellen Schluck, bei dem er sich verschluckte und ... tatsächlich, er vergaß sie, denn er brach keuchend zusammen, stand auf allen Vieren am Boden und röchelte nach Luft. Er vergaß sie, weil er ganz andere Probleme hatte ... in diesem kurzen Moment. Als sich das brennende Gefühl im Hals auf ein Mindestmaß reduzierte und er wieder zu Sinnen kam raffte er sich auf und ging wieder in sein Schlafzimmer. Sie war in diesem Moment wie aus seinem Kopf verbannt und er machte das Licht aus ... wollte einfach nur schlafen und legte sich schnell ins Bett. Ein wärmendes Gefühl war in seinem Magen, welches ihn – so glaubte er – in den Schlaf sinken lassen würde und schloß die Augen.
Im dösendem Zustand passierte es plötzlich ... es klingelte dreimal ganz schnell. Er schreckte hoch: „Was ist denn jetzt?“ Aus dem Bett gesprungen rannte er schnell zur Tür, machte das Licht im Flur an und sah dann durch den Spion.
Es war sie, die wunderschöne Nachbarin, welche an seiner Tür stand und mit auf den Spion gerichteten Blick wartete.
„Was wollen sie?“ fragt er durch die Tür.
„Ich wollte wissen ob du der Spanner warst.“ Sagt sie. „Ja oder nein?“
Er dachte nach ... hatte er jetzt mit einer Anzeige zu rechnen?
„Ja oder nein?“ wiederholte sie lauter, und er bekam Angst, daß es das ganze Treppenhaus hören könnte.
Er machte die Tür auf und fragte: „Ist das eine Fangfrage?“
Sie huschte ohne zu fragen hinein, drehte den Kopf zu ihm um und betrachtete ihn scheinbar nachdenklich: „Und wenn es so wäre?“ – und lächelte leicht, aber angenehm und sehr süß.
„Dann wäre das Glas von dem Korn umsonst gewesen, daß ich nahm um mir die Gedanken aus dem Kopf zu verbannen.“ Erwiderte er.
Sie guckt zu ihm hoch und fragte ihn mit etwas verunsichert wirkenden Augen: „Was für Gedanken?“
„Naja, äh...“ begann er und merkte seine Verlegenheit wieder stark im Vordergrund. „... du bist eine schöne ...“ er verbesserte sich: „... traumhaft schöne Frau, und äh ...“ Er räusperte sich Nervosität fast so, als ob er einen Frosch verschluckt hätte ... dieser aber stecken geblieben war.
Sie lächelte nur leicht, drehte sich und sah sich neugierig in der Wohnung um. Was das solle fragte er sich im Gedanken, aber er freute sich wie sie sich vor seinen Augen bewegte und alles ansehen wollte. Sie war für ihn so etwas wie ein Schmetterling, dem man gerne bei seinen Flügelschlägen zusieht.
