Kriegermönch im Nonnenkloster

Geschichten von Mitgliedern, wo sich jeder mit beteiligen kann.

Kriegermönch im Nonnenkloster

Beitragvon schlenzi » 27.11.2006, 08:25

[es ist für mich experimentell, da in der 3. Person und für mich - wie ihr wißt - Neuland ist ... viel Spaß beim Lesen, schlenzi]



-> Einige Worte Vorweg, bevor die eigentliche Geschichte beginnt, welche gewisse Dinge in der Phantasie des Lesers vorbereiten sollen ...

In der heutigen Zeit werden Kinder mit Waffengewalt von ihren Familien geraubt. Die Torturen, die sie dort in Gefangenschaft erleben sind mitunter so grausam und unvorstellbar, daß sie nach einem Zeitraum – der je nach Art der Person variiert – in ihrer fühlenden Seele gebrochen werden. Sie kämpfen ums nackte Überleben, ohne wirklich eine Chance zu haben. Sie essen und trinken was sie kriegen, nur um nicht zu verhungern oder zu verdursten. Nun gebrochen werden sie – wenn sie sich auf eine Art und Weise bewährten – zum Kriegdienst gezwungen, welcher sie weiter formt und für ihr ganzes Leben auf vielen Ebenen – die ein erfülltes Leben bringen – seelisch verkümmert.
Sicherlich war es so schon seit Anbeginn der Zeit, daß man solche Missetaten an Schwächeren beging um diese dann – nach jahrelanger Formung und Abstumpfung – zu Verbündeten zu machen. Sie kannten nur noch Gedanken wie Kampf, Geld und Gewalt, was in der Welt, die von den Lehnherren oder den Führern vorgelebt wurde und bei vielen über die Zeit sich sogar in Bewunderung niederschlug. Ja, sie lernten sich zu nehmen was sie wollten, und das ohne um Erlaubnis zu fragen, ob jemand etwas dagegen hatte. Die einzigen denen Respekt gezollt wurde waren die über einen oder der scheinbar Stärkere. Die Macht des Stärkeren ... eine schlimme Zeit, doch es gibt sie scheinbar heute noch ... aber das Heute ist in dieser Geschichte noch sehr ferne Zukunft. Wäre diese Geschichte nicht erdacht sondern wahr, wer weiß ob ich je zu der Entwicklungsstufe gekommen wäre, die es ermöglich hätte diese Worte zu denken um sie dann Wort an Wort gereiht zu dieser Geschichte zu schreiben? Aber das alles ist nur Spekulation des fic...., oh sorry, ein Tippfehler. Es sollte natürlich Fiktiv heißen und nicht mit dem Thema an sich – die hier zu lesen sind – in Beziehung stehen ... natürlich.


-> Goron, der Junge

Goron hatte als Kind ein schönes Leben, welches bei seinem neunten Lebensjahr ein Abrupptes Ende nahm. Bis zu diesem Punkt lebte er mit seinem Großvater, welcher einmal ein großer Krieger gewesen war und seine drei Söhne in den Kriegen mit einem kriegerischem Stamm - nördlich des Tibet wo wir lebten - verloren hatte. Er wollte nichts mehr mit diesem Krieg zu tun haben und wollte aus dem bedrohtem Gebiet fortziehen, doch das Glück war uns nicht hold, und so war es einfach zu erraten, daß sie in ein Hinterhalt geraten sind. Goron weinte, denn sein Großvater sah nicht mehr zu ihm herab, wie er es gewohnt war.
Zum ersten Mal sah Großvater zu ihm auf, doch nicht weil Goron ein erwachsener Mann gewesen war – er war ja erst neun Jahre alt – , nein sein geliebter Großvater und einziger ihm bekannter Verwandter lag sterbend vor ihm am kalten vom Frost gehärteten Boden, welcher weiß war vom ersten Schnee.
Seine Augen waren benetzt von den Tränen, welche die Kälte des Windes an seiner Haut stärker nagen ließ und so wischte er sie sich mit dem Ärmel trocken. Er machte nur kurz seine Augen auf. Erst jetzt fand er sich wieder in der wirklichen Welt wieder und bemerkte mehrere Schatten hinter sich, welche sich aufbauten und größer wurden. Goron griff im Affekt von Wut – über den nahenden Tod seines Großvaters und daß sein letzter Verwandter genommen war – das Messer aus dem Gurt von Großvater.
Er spannte seine Hand so fest an wie er konnte, doch Tränen vernebelten ihm verschwommen den Blick, dennoch ... er fuhr blitzschnell um seine eigene Achse und warf sich in sein erstes Gefecht, dem er nur mit dem Gefühl von Haß entgegen ging.
Schnell war das „Gefecht“ zuende, denn die Krieger waren mit metallenen Platten besetzten ledernen Mänteln verstärkt waren, welche ihre Funktion als Rüstung perfekt erfüllten.

Ab dem zehntem Lebensjahr wurde Goron als Sklave von mehreren dieser Krieger als Spielball perverser und schmerzhafter Spiele mißbraucht - unsägliche Dinge mußte er über sich ergehen lassen. Er spürte die Peitsche, bekam verdorbenes Essen und mußte – um nicht zu verdursten – an manchen Tagen den eigenen Urin trinken. Diesen Trick, oder vielleicht eher eine Notlösung erfuhr er von einem anderen Sklaven. Dennoch, er mußte sich überwinden und schluckte mit einem Würgen dieses Ekelzeug herunter.

Als Goron dreizehn jahre alt war, da war sein Körper verbraucht von den den Giften, die ihm in seiner bisherigen Knechtschaft über die Jahre Stück für Stück jegliche Gefühle von Körper und Seele raubten. Die Gifte nagten sehr lange an ihn, bis zu dem Augenblick, als er dann am Ende seiner Kräfte war.
Er konnte kaum eigene Gedanken fassen, da er im Fieberwahn am Boden lag und eher auf den Tod wartete, als daß er die kommenden Qualen in Knechtschaft zu erleben, aber genau in diesem Moment hob ihn jemand vom Boden auf. Es waren Hände, die ihn nichts Böses wollten, jedenfalls nicht unmittelbar, denn sie brachten ihm keine neuen Qualen. Goron, welcher bis eben noch auf den dreckigen und sandigen Boden gelegen hatte wurde auf ein Fell gelegt in das er sich schnell verhüllte. Er schlief viele Stunden und erholte sich von den unzähligen Strapazen der letzten Jahre.
Zum ersten Mal in diesen Jahren fühlte Goron so etwas wie eine gewisse Geborgenheit und er bemerkte nicht beziehungsweise verstand nicht, wie in wenigen Metern mit etwas Bewunderung über ihn gesprochen wurde. Noch immer hatte er etwas Fieber und diese Taubheit in seinem Kopf, die ihn festhielt ... irgendwie, fernab der unmittelbaren Umwelt.
Es riß ihn ein Mann aus dem Zustand des Dösens, der eine Schüssel mit dampfender Suppe – so schien es – auf einen kleinen Tisch vor ihm abstellte. Die Zutaten waren ihm nicht bekannt und konnte nur erkennen, daß dort Wurzeln drinnen waren.
Es saßen vier schattenwerfende Gestalten an einem großen Tisch in gut zehn Meter Entfernung, doch die Gesichter ließen sich nicht erkennen, denn dafür war es im Zelt zu dunkel. Zwei Fakeln erhellten es nur an beiden Seiten, jedoch erstarb das Licht zur Mitte hin beinahe ganz und so reichte es gerade mal dafür, daß man nicht über die eigenen Füße stolpern würde.
Als er den ersten Schluck aus der Schüssel schlürfen wollte, da fielen die vier Gestalten auf und überlegte was sie sich wohl zu erzählen hätten. Die Suppe schmeckte bitter und ich würgte sie – wie mein bisheriges Getränk, der Urin – hinunter. Wenigstens war sie schön heiß dachte er und schlürfte vorsichtig weiter, während er sich lachen hörte und zu neugierig ihnen hinübersah. Doch Goron sagte kein Wort, denn was wäre wenn sie auf ihn aufmerksam würden?
[Er hat vier Jahre nur von Abfall und seinem eigenem Urin gelebt?] fragte der mit angestrengt schnauft.
[Ja wirklich, und selbst die Kälte machte ihn nicht viel aus, doch gestern war er am Ende und gebrochen.] sagte ein anderer, welcher in dessen Tonfall viel Würde auszustrahlte.
[Gebrochen, aber bereit für das Training, denn er wird uns dankbar sein und für uns kämfen, denn er verdankt uns sein Leben.] sagte eine tiefe Stimme, welche eine schelmische Art ausstrahlte, aber für Goron beinahe humoristisch herüber kam.
[Ja, aber weiß er auch, daß wir seinen Großvater töteten?] sagte eine strenge und mißtrauische Stimme.
[Schweig!] schrie der, welcher eben noch die Würde in seinen Worten besessen hatte. [Sag nie etwas, was seine Geschichte berührt. Er kann zwar noch nicht unsere Sprache, wahrscheinlich, aber was wäre wenn doch?]
[Er hat Recht, wir sollten es für alle Zeiten begraben und dem Vergessen preisgeben. Wenn er irgendwann davon erführe, dann wären wir seine erbittersten Feinde, aber so ...] sagte fast wie ein Schwein schnaufende und unterbrochen wurde.
[... aber so nährt ihn die Natter, welche er zu beschützen bereit ist.] sagte der humorig wirkende Typ.
Diese Nacht war lang ... sehr lang, und so legte er sich – nachdem der die Suppe ausgeschlürft hatte – wieder ins Fell und genoß jeden Augenblick dieser wohligen Wärme, bis sich seine Gedanken im Schlaf verselbständigten.

Er wurde nach zwei Wochen Prägung (Stichwort: Tierwelt) auf eine Bezugsperson ausgerichtet, der er die „Erlösung“ aus dem Leid verdankte und dem er von nun an bereitwillig gehorchte. Gorons Gefühle für Zwischenmenschlichkeit waren nahezu tot, er kannte nur die Befriedigung der Bedürfnisse, die anfangs Wärme, Essen und Trinken waren.
Nach dieser erfolgten Ausrichtung an die Bezugsperson brachte er ihn Techniken bei, die zur Jagd nützlich sind, wie zum Beispiel Fährten lesen, Bogenschießen und der Umgang mit dem Schwert. Aber auch körperliche Ertüchtigung mußte er über sich ergehen lassen, die viel von ihm abverlangte und trotz dieser großen Anstrengungen: Er fragte nicht. Sie hatten ihr Ziel erreicht und eine genügsame Marionette geformt, die willig das tödliche Handwerk des Krieges erlernt.
Als Goron dann fünfzehn war, da lernte er langsam ihre Sprache und erfuhr mit der Zeit, daß es ein Stamm der Mongolen war, die ein nomadisches Reiterleben führten und von Ort zu Ort zogen um sie auszuplündern. Es war ihm nicht erlaubt mit anderen zu reden, es sei denn jemand sprach ihn an oder es war ihm aufgetragen etwas in Erfahrung zu bringen. Selbst den einzigen Freund den Goron hatte, oder besser seine Bezugsperson war und Sigkhor hieß durfte er nur auf Forderung fragen. Jedesmal mußte Goron fragen: „Darf ich fragen?“ Seine mongolische Ausdrucksweise war immer noch unvollständig, doch es reichte um zu kommunizieren.
Goron war eigentlich immer mit sich im Gedanken, nur daß seine Phantasie und Vorstellungskraft bewußt der Verkümmerung preisgegeben wurde, denn sonst würde er sich vielleicht Fragen stellen, warum er das alles machte. Er würde versuchen herauszufinden, was ihn in diese Gesellschaft von Räubern und Mördern verschlagen hatte und wer der Mörder seines Großvaters gewesen war. Diese Neugierde war tot und begraben ... für alle Zeit, wenn er nicht zu sich selbst findet.
Mit siebzehn Jahren hatte Goron seinen ersten Einsatz und kämpfte wie Wahnsinniger, der nicht merkte was er tat, denn jegliche zwischenmenschliche Gefühle waren tot. Goron tötete, weil man ihm befahl es zu tun, und er weinte keinem seiner Opfer eine Träne nach. Er dachte in dem Moment als jemand vor ihm lag, wie seinerzeit sein eigener Großvater nicht an diesen. Alles war so weit weg und nicht mehr wahr.
Dann, nach zwei Stunden war der Kampf vorüber und seine Kleidung voll von Blut, welches nicht sein eigenes war und doch, es störte ihn nicht mehr als jenes der Tiere die er jagde. Ruhigen Schrittes ging er zum kleinen Teich, der im kleinen Städtchen von einem Gebirgsbach gespeist wurde. Goron zog seine Kleidung aus und wusch sie. Er hatte keine Scham nackt am See sitzend die blutbeschmierten Fetzen durchzukneten und auszuwringen. Seine Bezugsperson Sigkhor – der sein Mentor geworden war – ließ ihm immer etwas Zeit seine Kleidung halbwegs in Ordnung zu bringen, da er – zu Gorons Verwunderung – eine große Abneigung von Blut an der Kleidung hatte. Goron überlegte sich oft, warum Sigkhor dieses Problem mit dem Blut hatte, aber im wurde nicht klar warum das so war.
Goron diente sich in der Hierachie der Mongolen hoch, da er ein gelehriger Schüler von Sigkhor war, und als dieser gestorben war – er war jetzt 22 Jahre - hatte er seine Entscheidungsfreiheit gewonnen, welche ihm – seit dem er neun Jahre alt war – genommen worden war und mit dieser scheinbar perfekten Welt geblendet wurde. Er kannte nichts anderes und hatte keine Erfahrung mit dem weiblichen Geschlecht, welcher sein Interesse in einer heilen Welt hätte wecken können, doch die Neugierde es zu ergründen gab es nicht.
Sigkhor schenkte ihn zwei Bücher und einen Stapel zusammengebundener Blätter. Das eine Buch enthielt Kampftechniken und Tipps, welche man Waffen gebrauchte, oder auch ohne kämpfen konnte. Das andere Buch enthielt hieß Kamasutra und hatte diese seltsamen Bildchen. Woher Sigkhor an das letztgenannte Buch herankam hatte sich Goron oft gefragt, da er ihm während der Jahre erzählte wo er überall gewesen war. In Indien war er nie gewesen. Daß es buddhistischem Ursprung ist, dessen Ursprung ja Indien ist, hatte er beim zufälligen Fragen herausgefunden und sich gewundert, daß der befragte große Augen machte und sofort das Buch kaufen wollte.
Die zusammengebundenen Blätter waren allerdings von Sigkhor persönlich, Skizzen und handschriftliche Notizen beinhalteten sie, und schienen so etwas wie das Tagebuch von ihm gewesen zu sein.
Während Goron das Buch über Kampftechniken sogar einigermaßen lesen konnte, verschloß sich das Kamasutra seinem Horizont. Er lernte viel über Waffen, aber auch etwas von dem Sigkhor ihn nie erzählt hatte. Goron konnte sich zusammenreimen, daß es von Kriegermönchen geraubt sein mußte, dessen Tempel bei dem Raubzug zerstört wurde. Es standen auch poetischanmutende Zeilen in Versform, welche an die Ehre des Lebens appellieren, da es eine Vielzahl von Schönem in sich berge. Er verstand nicht alles, aber je länger er sich damit befaßte, desto schneller grub er sich immer mehr aus den Fängen des mordenen Kriegers und stellte sein bisheriges Kämpferleben immer mehr in Frage.
Im Akt spontaner Entscheidung schnitt Goron sein Haar wie die kämpfenden Mönche, die in einigen Bildern zu sehen waren und rasierte auch die letzten verbliebenen Haarstoppel ab. Er wußte nicht wie und warum er es getan hatte, doch fühlte er sich mit ihnen verbunden. Er war sich sicher, daß die Mönche bei den Raubzügen der Mongolen getötet worden waren, doch ließ ihn etwas keine Ruhe und beeindruckte ihn. Die Kampfkraft dieser Mönche wurde so eindrucksvoll beschrieben, als sei es eine Legende ... und mit ihrem Tod erloschen.
Goron schämte sich dieses Wissen dem Untergang preiszugeben und schwor sich, daß er die Techniken erlernen würde damit es in ihm weiterlebt und wenn die Zeit reif ist es an gelehrige Schüler mit friedvollem Herzen weitergeben. Friedvolle Herzen. Er dachte darüber nach, doch wußte so recht nicht etwas damit anzufangen. Für ihn waren es nur passive, ja wie Vieh anmutendes Tiere, die sich nicht wehrten ausgeraubt oder geschlachtet zu werden. Tief in ihm war der Gedanke an Unrecht, doch so verkümmert und beinahe unscheinbar, daß er sich es nicht vorstellen konnte.
Jeden Tag nahm er sich – wenn es möglich war – Zeit zum Training, die zwischen zwei und vier Stunden schwankte, doch wuchs sein Körper und sein Geist wurde freier. Der Hass verließ nach vielen ... sehr vielen Stunden des Trainings allmählich seine Seele und mit jedem weiteren Tag – als er dies merkte –, da wuchs eine Angst in ihm sich seinen mongolischen Führern über die Gesichtsmimik zu verraten. Auch versuchte er es zu vermeiden zu töten, da er lernte es Verbrechen sind, die schwer auf ihn lasteten.
Goron vermiet es über längere Zeit in Gesellschaft anderer zu sein, denn was wäre wenn sie seine Gesichtszüge nicht mehr so brutal wirkten und genau dieses sähen? In der Ebene trainierte Goron in seinem Zelt, während er in unebener Landschaft im Verborgenem seiner selbsterwählten Ausbildung. Er lernte wie man nahezu lautlos schleichen konnte und daß der Feind erst merkte, wenn man neben ihm stand oder er einen Dolch im Rücken hatte.
Jemanden hinterrücks zu töten, hatte ihn Sigkhor gelehrt, sei nicht der Weg eines mutigen Kriegers und unehrenhaft. Als Goron im gleichem Atemzug Sigkhor gefragt hatte, ob es ehrenvoller ist einen Unbewaffneten zu töten, da wollte ihn dieser streng mit bloßer Faust niederstrecken, doch etwas hielt ihn zurück. Ab diesem Moment, war er für Sigkhor nicht mehr nur der Sklave, sondern etwas hatte sich über die Zeit gemeinsamen Trainings körperlicher Ertüchtigung gewandelt. Er hatte Goron gegenüber den ersten Gedanken von Ehre und Moral geäußert.

##################
Rückblende vom ersten Gespräch, als Goron für sich den Beginn von Freundschaft zu Sigkhor sieht ...

„Mongolen kämpfen um zu töten“ sagte Sigkhor einmal. „Ich werfe einem unbewaffneten eine Waffe zu, damit er sich verteidigen kann.“
„Wenn er im Umgang mit der Waffe nicht geschult ist, was nützt ihm die Waffe die er nicht führen kann?“ fragte Goron und verbeugte sich, ohne seine Augen von Sigkhor zu lassen.
Wieder wollte Sigkhor zuschlagen, doch stattdessen mußte ein morscher und verdorter Baum als Gegner herhalten. „Frag mich nicht weiter.“ sagte Sigkhor. „Aber du hast Recht! Es ist ein ungleicher Kampf.“
„Darf ich noch eine letzte Frage stellen, ohne daß ihr sie sofort beantwortet?“ fragte Goron und ein Nicken verriet die Zustimmung seines Mentors. „Sind Kämpfe je gerecht?“
„Frage weiter nach um es genauer zu beschreiben.“ forderte er Goron heraus.
„Wenn wir kämpfen würden, dann wäre klar, daß ich unterlegen wäre egal ob mit oder ohne Bewaffnung auf beiden Seiten. Mit einer Verwundung am Bein würde ich mich immer noch unterlegen fühlen, jedenfalls im kleinen Zeitraum, wo du noch kaum Kraft verloren hast. Aber wenn du im Gesicht verwundest wärst, also an den Augen und nicht siehst was um dich herum passiert, dann fühlte ich mich zumindest mutig genug dem Kampf nicht auszuweichen.“
„Was du da zuletzt gesagt hast ist gar nicht so dumm, und natürlich hast du Recht. Niemand ist genauso stark wie der andere. Alles ist auch etwas dem Zufall untergeordnet. Was du dir im Kampf immer bewahren mußt sind folgende Dinge:
1. Der Überblick und das Abwägen. Es hilft dir einzuschätzen womit du rechnen kannst und weißt was du einsetzen mußt, damit du nicht der unterlegene bist. Im Kampf schätzt du binnen blitzschnell wichtige Dinge ab, welche dich entscheiden lassen und man vielleicht auch fast dem Instinkt gleichsetzen kann, nur daß du diesen über die Jahre antrainiert hast oder es immer noch tust.
2. Im unbewaffneten Kampf mußt du immer für genügend Bewegungsfreiheit sorgen, da blitzschnelle Fäuste dich schnell ins Reich der Träume schicken können. Wenn es zum Nahkampf, der dem Ringkampf nahekommt, führt, damm mußt du auf jedenfall reflexartig reagieren und versuchen den Gegner unter Kontrolle zu bringen, damit er sich nicht rauswindet und dir einen Schlag versetzen kann.
3. Die körperliche Beweglichkeit, die dir alle Möglichkeiten läßt dich zu wehren. Körperliches Training schult die Beweglichkeit, und auch die Schnelligkeit, die reflexartig mit Kraft den Gegner in Reich der Träume schicken kann.
4. Durch das Trainieren des Körpers wird es dir auch Möglich unempfindlicher gegen Schmerz zu werden, daß heißt Folgendes: Du schlägst mit der Faust gegen eine glatte Oberfläche dieses Baumstammes [Sigkhor schlägt mit bloßer Faust gegen einen massiven Baumstamm, aber er verzieht keine Miene, welche auf Schmerz führen würde] und kämpfst einfach weiter. [er schlägt noch dreimal mit der geballten Faust der rechten Hand an die gleiche Stelle]. Durch regelmäßiges Training machst du deinen Körper hart. Knochenbrüche werden weniger wahrscheinlich, weil unter anderem die dicke Struktur der Muskelfasern durch Training dichter und härter werden, welche auch zusätzliche Stabilität verleihen, aber auch als kleiner Puffer wirken. Untrainierte Muskeln sind weich und ein Schlag kommt schnell zum Knochen vor, der ihn bricht.
5. Im Kampf muß du dein Umfeld als Verbündeten sehen, damit du gewinnen kannst – sprich: die Waffen nur erkennen können. Du hattest die Augen erwähnt, also nimm Sand, Getreide oder Mehl und wirf es dem Gegner in die Augen. Wenn dir jemand ein Hieb mit dem Schwert verpassen will, aber ein Baum in unmittelbarer Nähe ist, dann nutze ihn. Mache ihn zu deinem Verbündeten, der den Hieb abfängt und vielleicht – wenn das Schwert durch den Hieb tief ins Holz verankert – sogar für eine Weile „festhält“ und dir die Zeit gibt den Feind anzugreifen oder wegrennst.
#########################

Immer erinnerte sich Goron an die Gespräche, denn sie waren die einzigen Lichtblicke neben den zwei Büchern, die ihn von Wahnsinn abhielten, da er immer noch in diesem anarchischem System von mörderischer Willkür lebte, welches er immer mehr abschütteln wollte. Doch wo sollte er hin? Er verkaufte nach und nach alles was er an sperrigen Dingen besaß, die er in Edelsteine eintauschte und in einem kleinen Sack immer bei sich hatte. Es waren neben Rubinen und Saphiren auch Opale, Diamanten und Smaragde darin. Gold wollte Goron bis auf das bißchen, daß er zum Bezahlen von Essen und Trinken brauchte.
Oft wurde Goron Sklaven angeboten, da er mit seiner Art zu kämpfen so unheimlich herüberkam, aber er wehrte ab und blieb für sich. Er fühlte die Absicht von Spionage die seine Person aus dem Dunkel des Unbekannten zerren sollte. Wenn man Goron ohne seinen Schutzpanzer sah, dann kam schnell der Gedanke, daß er nur ein einfacher und ärmlicher Mann wäre, nur hatte er eben diesen besonderen Beutel dabei, welcher auch auf seiner Flucht mitkäme.
Kriegerischer Mönch wurde Goron bald genannt, weil er immer besser im Kampf und bekannter, aber vor allem auch, weil in fernöstlichen Klöstern viele Mönche ebenfalls ihre Köpfe rasierten. Wenn man ihn Kriegermönch grüßte, dann war er bemüht streng zu gucken, was anfangs schwer war und trainiert werden bzw. daran denken mußte es automatisch zu tun. Die Maskerade fiel ihn sichtlich schwer und war dann auch wieder froh mit sich allein zu sein. Zu dem Titel des Mönchs trug auch die selbsterwählte Keuschheit, aber da er damit eh keine Erfahrung hatte ... na ja, war es für ihn nicht so schwer und lehnte alle Annäherungsversuche ab, die ebenfalls wie die angeboteten Sklaven Spione waren.
Über Jahre zog Goron durch das Land mit einem Herr von vielen Tausend berittenen Kämpfern, welche sich langsam den europäischem Kontinent näherte. Schließlich kamen wir in ein Land, von dem die Mongolen selber nicht wußten wie es hieß. Man hatte ihn über die letzten Jahre in kriegerischen Auseinandersetzungen als kühnberechnenden Krieger erfahren und schätzen gelernt, den man gerne als Scout vorschickte, weil er in der Technik des Schleichens unerreichbar ist.
So war es dann auch. Goron wurde wieder alleine zur Ausspähung der Lage vorgeschickt, ohne daß seine mongolischen Brüder von seinen vor gut zwei Monaten gefaßten Entschluß aus diesem Leben auszubrechen etwas wußten. Er nahm nur die zwei Bücher und einen kleinen Beutel mit Edelsteinen mit, denn das andere war viel zu schwer. Auch er hatte jetzt diese mit Metallplatten verstärkte lederne Kleidung, über die eine für alle Augen verbergenden Mantel gezogen wurde wenn es auf Spionagezüge ging. Diese fremdartigen Rüstungen würden jeden sofort mißtrauisch machen.
Als die Nacht kam ritt Goron los und hatte zwei Tage um die Gegend großflächig zu erkunden zu erkunden, und dann umfassend berichten. Bis zum Morgen war er wohl gut 20 Kilometer auf dem Pferd unterwegs und stieg vor einem Dorf ab, um jemanden nach dem Weg zu „fragen“.
Das Fragen war nicht so einfach wie Goron gedacht hatte, denn die Sprache war ihm nicht bekannt. Selbst der verhüllender Umhang welcher seine Rüstung verbarg konnte über eines nicht hinwegtäuschen, und das war seine körperliche Haltung, an derer man sein „Handwerk“ schnell deuten konnte. Seine Augen, die in diesen Landen fremdartig waren und ihn unerwünscht werden ließen, waren nicht die einzigen Merkmale ... das wurde ihn nach den ersten drei Begegnungen klar. Es war seine etwas andere Hautfarbe, seine andersartige Kleidung und seine teils mit Metall befestigten Schuhe, daneben fiel ihn seine Mimik ein, die er unter den „seinen“ antrainiert hatte, um sich alle Leute vom Hals zu halten.
Goron suchte frustiert eine abgelegene Ecke an einem Gebirgssee, wo er natürlich auch das treue Pferd Cha-Sho tränkte und grasen lies. Er entledigte sich seiner Kampfkleidung, bis er nur noch in einfacher bäuerlichwirkender Kleidung da stand. Er warf noch einen schweifenden Blick um sich, ehe sein Körper sich in immer schnellere Bewegungen stürzte.
Das abzuspulen seiner Trainingseinheiten half ihn – wie immer – den Frust für ein Zeitfenster abzubauen und abzustreifen, während dieser Zustand noch einige Zeit nachwirkte. Im Training versuchte er sich aber auch zu überlegen, wie er die hinderliche Wand der Kommunikation überwinden konnte, da er ja verhindern wollte, daß die Mongolen hier alles in Schutt und Asche legten bevor sie die Menschen ausgeplündert hatten.
Er merkte, wie die Luft und die Gegend, nein eigentlich alles anders auf ihn zu wirken schien, denn hier war es drückend und ließ seinen Körper schneller schwitzen, als es sonst in der Steppe gewesen war. Sein Haut tränkte die Kleidung regelrecht mit dem Schweiß, der auch an dem trainingserhitztem Körper zehren wollte und diesen – als er eine kurze Pause machte um zu trinken – gleich dessen Wärme Stück für Stück entzog.
Goron wendete sich wieder dem Training zu und dachte weiter nach ... bis er auf einmal Zerbrechen eines Astes bemerkte. Reflexartig rannte er – von seinem über die Zeit angeeigneten Instinkt – blitzschnell in die Richtung des Geräuschs. Eine Horde von acht oder zehn Uniformierter konnte Goron erkennen und griff den ersten welcher wie gebannt in seine Richtung gesehen hatte, dann aber – ob seiner schnellen Reaktion – verschreckt fliehen wollte. „Ein großer Fehler für diese Soldaten!“ dachte er bei sich, welche mit im Halbkreis geschwungenen Messern [Sicheln] bewaffnet waren.
Der erste war schnell am Boden und bewegte sich eher unkontrolliert am Boden, als daß es eine Bedrohung werden konnte und nach einem Griff seiner kraftvollen Hand um die zwei Handgelenke des Gegners dann schnell reglos unter Goron lag. Erst hatte er sich gewundert, daß die handgelenke so dünn sind, aber als seine Augen die etwas schwachen Wöllbungen sahen die Brüste sind, da war es ihm klar: „Unter ihm lag eine Frau“. Einen letzten kontrollierenden Blick nahm er sich, in dem er den Kopf der Unterlegenen von der Seite in seine Richtung zwang.
Es war tatsächlich eine Frau. Noch nie hatte er eine Frau niedergerungen, wenn man denn vom niederringen sprechen kann, da sie ja wehrlos war und unterlegen, wie eine Ameise unter seinem Fuß. Sie hatte blaue Augen, die Farbe heller Saphiere und ihre Wangen waren hochrot unter ihrer großen Furcht, welche die ersten Tränen zierten und in einem Glitzer im Lichte der Sonne reflecktierten. Goron guckte um sich und stand auf. Die anderen schienen geflohen zu sein oder in einiger Entfernung zu beobachten.
Sie lag immer noch zu seinen Füßen und sah auf, während Goron seinen Beutel öffnete und eine Münze herausnahm. „Cho-Sho!“ rief er auf einmal und betrachtete ihre schwarze Kleidung noch eindringlicher, dessen Weiß den Hals und Kopf zierte. Er setzte sich und dann galoppierte Cho-Sho zu den Beiden. Seine Kleidung war verschwitzt und er fror zunehmend unter dem wärmezehrendem Schweiß, doch das war jetzt unwichtig.
Goron hielt ihr mit beiden Händen – zwischen Daumen und Zeigefinger haltend – mit einer respektvollen Verbeugung entgegen, die so lange anhalten würde bis sie diese Münze entgegennahm. Er wandte sein Gesicht zum Boden und im Akt der Auslieferung schloß seine Augen. Er wartete geduldig vielleicht fünf Minuten, doch sie nahm die Münze nicht entgegen und dann stand er auf. Goron war enttäuscht, daß sie seine Geste der Entschuldigung und der angebotenden Freundschaft nicht annahm. Sie lag immer noch regungslos vor ihm im Gras.
Goron wollte ihr ein letztes Mal in die Augen sehen und erkannte, daß seine Präzision – wie er sie zu Boden geworfen hatte – ihr einen Schock versetzt hatte. Er zog sich das Hemd aus und drehte sich mit freiem Oberkörper vor sie ganz langsam im Kreis. Sein Offenbarung der Narben waren etwas sehr Intimes, da es auch seine Verletzlichkeit und Schwäche zeigte. Auch Goron war besiegbar. Wenn nicht im Kampf, dann doch im Moment der List oder wenn er nicht vorbereitet war.
Sie reagierte nicht auf den Schmerz, den er in der Vergangenheit hatte. Goron hob sie vom Boden und setzte sie auf Cho-Sho. Er suchte die Spuren dieser uniformierten Frauen, damit er ihr Hauptquartier finden kann und um die eine hier zurückzubringen. Nach einer halben Stunde nachdenklicher Analyse nahm er den Weg in die vermeitliche Richtung woher sie gekommen waren und Cho-Sho folgte auf einen Wink von ihm.
Goron wollte sie nachhause bringen. Er hatte so etwas zuvor gemacht noch nie gemacht. Sigkhor hätte vielleicht über dessen Fehler gelacht oder ihn wegen seiner Dummheit sogar verprügelt. Nach dem Kampf oder dem Training muß man seinen Körper reinigen, da einem Krieger bei Wunden schnell auch Krankheit folgt. Ein Sprichwort Sigkhors war: „Ein Mongole würde nie einen kampf beginnen ohne etwas an Gegenwert zu bekommen!“ War Goron denn ein Mongole? Nein, das war er nicht, doch wußte er auch nicht mehr woher er kam. Zulange ist es her, daß er sich daran noch erinnern würde. Oder – doch da war sich Goron nicht so sicher – sein Mentor hätte zu ihm gesagt: „Da hast du dir ja in all den Jahren doch noch etwas Gutmütigkeit bewahrt.“. Bei Sigkhor konnte man nie ganz sicher sein, da er neben den brutalen Gesten auch die menschlichen Züge hatte, wobei die letzten zum Ende seines Lebens immer mehr zu Tage traten, wenn Goron mit ihm allein war.
Als die Spur zu einem Pfad führte folgte Goron diesem Weg, doch überprüfte er die Spur in gewissen Abständen und sah dann nach gut einer Stunde eine kleine Burg, oder war es etwas anderes? Er ging darauf zu und in Sichtweite der Insassen kam auf einmal histerischer Geschrei aus dem Innern, der aber aus einiger Höhe kam und Goron blickte nach oben. Dort war ein kleiner doch – bis auf einige Bäume – alles überragender Turm, in dem er eine Person erkennen konnte.
Langsamen Schrittes kam die Burg näher, doch das Tor war so klein, daß es für eine Burg nicht vorstellbar war. Außerdem bemerkte er keinerlei Befestigungen wie zum Beispiel Burggräben. Auch die Tür wirkte eher kläglich. Was war das hier? Selbst die Tempel der Mongolen sind stärker befestigt als das hier.
Dann stand er vor dem Tor und klopfte mit fester Faust dagegen. Man schrie ihm mit zitternder Stimme [„Verschwinde!“] entgegen, doch verstand diese Sprache nicht und klopfte weiter an dem Tor. „Ich möchte nichts Böses!“ schrie Goron seinerseits und hoffte, daß irgendeiner ihn verstehen würde, doch wußte er ... das wäre genauso als wenn heute zur Mittagszeit die Sonne untergehen würde.
„Verdammt!“ schrie Goron und sagte ruhig im gemäßigterem Ton „Cho-Sho“. Sofort kam ein einziger Freund zu ihm und er nahm die bedauernswert schwache Kriegerin vorsichtig vom Pferd. Mit beiden Armen trug er sie zum Tor und lehnte sie neben diesem an die gemauerte Mauer. Goron holte die Münze aus der Hosentasche, hockte sich vor sie und legte diese in ihre Hände, während er etwas in ihren Augen suchte. Vergebung? Das Verstehen, warum er dieses tat? Es regte sich nichts in ihrem Gesicht, keinerlei Reaktion. Goron strich einmal über ihre Wange und fühlte diese weiche Haut, dann stand er auf. Dann war sein Gedanke, daß sie vielleicht etwas verstehen würden was ihnen bevorstand, wenn er ihnen die Notizen von Sigkhor überließ. Er kramte es hervor und nahm auch das Kamasutra aus der Tasche heraus, welches er ebenfalls zur der kleinen Kriegerin legte.
Er setzte sich auf Cho-Sho und ritt langsam des Weges. Die zusammengebundenen Blätter würde man hier vielleicht nicht lesen können, doch würden die Skizzen auch bei ihnen den Schluß zulassen, daß ihnen ein Krieg bevorstand. Das Kamasutra war angeblich sehr wertvoll, doch für ihn war es wertlos und so sollte es als zusätzliche Entschuldigung dienen. Vielleicht könnten sie mehr damit anfangen, zumindest hoffte er das, denn dann hatte es ja doch noch einen Zweck gehabt.

Goron war wieder außer Sichtweite und ritt weiter den Weg zurück zum See, als sich die Tür öffnete und das was er hinterlassen hatte ins Innere der schwächlich des Klosters fand. Sofort kümmerten sich einige um die traumatisierte Nonne, während einige andere in den Schriften blätterten. Das Tagebuch war für sie sehr erschreckend, da Sigkhor auch einige verstorbene Opfer skizziert hatte und die materialistische Kraft eindrucksvoll bebildert hatte. Beim Kamasutra war es hingegen anders und war – verborgen vor aller Augen – von einer Nonne versteckt, da sie das Bild des Covers interessant fand und nicht teilen wollte, weil sie es dann womöglich nie wieder gesehen hätte.
Sie hieß eigentlich Maria Magdalena, doch alle nannten sie einfach nur Schwester Maria, wenn die Aptissin in der Nähe war. Im Umfeld ihrer Freunde einfach nur Maria. Sie war klug und gebildet, wie alle anderen auch, doch ebenfalls sehr neugierig auf alls Neue. Als Maria das Kamasutra unter ihrem Rock versteckt hatte und bemerkte, was auf den ausgebreiteten Blättern zu sehen war, da sagte sie laut: „Er ist kein Feind! Wir müssen mit ihm dringend reden!“
Die Aptissin sprach herrisch: „Wie kommst Schwester Maria darauf?“
Maria antwortete mit Ehrfurcht: „Er muß von sehr weit herkommen. Haben Sie seine Augen gesehen? Sie waren schmale Schlitze und er hatte eine Glatze.“ Sie begann ihre Ausführung ausschweifend, fühlte aber wie die Zeit drängte und er vielleicht nicht wieder gefunden werden würde, wenn er dies denn nicht wünschte. Sie versuchte ihre Aussage zu beschleunigen. „Er kann sicherlich nicht unsere Sprache, deshalb hat er uns diese Blätter hinterlassen, damit uns klar wird was uns bald erwartet.“
Eine andere meldete sich zu Wort, als sie das Gesagte hörte: „Schwerster Agnes ist in keinsterweise verletzt, also wird er uns bestimmt nichts antun wollen. Wir sollten auf jedenfall Kontakt zu ihm suchen!“
Die Aptissin schrie streng: „Fallen sie uns nicht ins Wort Schwester Christine!“
„Entschuldigen sie bitte.“ bat Christine um Vergebung und verbeugte sich. „Ich war vorschnell, weil ich es beim Betrachten der Skizzen für äußerst dringlich hielt festzuhalten, daß er vermutlich keine Gefahr darstellt.“
„Vermutlich.“ sagte die Aptissin verächtlich. „Wir werden nichts dergleichen unternehmen. Schwester Maria wird gesund gepflegt, die Münze wird dem Herrgott geopfert und die Dokumente werden verbrannt.
Eine andere Schwester meldete sich zu Wort. Sie hieß Charlotte, doch hatte sie wohl als einzige noch den Mut die Dringlichkeit der unmittelbar bevorstehenden Ereignisse plastisch zu wiederholen. „Halten wir einmal fest.“ Sagte sie und sah mit einer kleinen aber respektvollen Verbeugung zur Aptissin. „Schwester Maria ist körperlich vollkommen unverletzt, wenn man von dem Schock einmal absieht. Ich war ja auch dabei, als er sie blitzschnell zu Boden rang. Bis ich dann mit den anderen hierher zurückkam konnte ich allerdings auch erkennen, wie er sie betrachtete und in ihr Gesicht sah. Seine Augen. Sie verloren die Bösartigkeit und die Anspannung, welche man von Kriegern kennt. Ich glaube, daß er ein gutes Herz besitzt und uns nur helfen möchte. Zuletzt drehte ich mich noch ein letztes mal zu ihnen um. Er hatte sich vor sie gekniet und so tief verbeugt, daß er sie nicht mehr sah und Schwester Maria diese unbekannte Münze mit beiden Händen dargeboten.“ Charlotte war verwundert, als sie nach einer kleinen Atempause von der Aptissin mit einer Geste der Hand aufgefordert wurde weiter mit der Argumentation fortzufahren.
Charlotte war so etwas wie die Jouristin des Klosters und versuchte immer alles ins kleinste Detail aufzuklären – sie ergriff wieder das Wort: „Als der Krieger herkam, da ging er vor dem Pferd, auf dem Maria saß und nach vorne gebeugt lag. Das Pferd folgte ihm ohne dem Instinkt zu grasen. Später rief er ihn mit Cho-sho und es kam ohne jede Verzögerung. Sie vertrauen sich in jeglicher Hinsicht. Was mir auffiel war auch sein kräftiges und lautes Klopfen an dem Tor, doch seine körperliche Haltung schien sich in keinster Weise sich zu ändern.“
„Wie sollte seine Körperhaltung etwas zu dem Fall beitragen?“ fragte die Aptissin streng.
Charlotte ließ sich nicht beirren und argumentierte postwendend: „Diese Kraft, die er für mich ausstrahlte zeigt mir, daß es ihm ein Leichtes wäre das Tor mit einigen starken Tritten aufbrechen könnte.“
„Aber er hat es nicht getan.“ war ein Einwurf von Maria.
„Stimmt, das zeigt auch eindeutig, daß nicht den geringsten Gedanken hatte unser Kloster auszurauben.“ sagte Charlotte und führte klärend zu ende: „Er hat uns sogar etwas hinterlassen. Eine Goldmünze ...“
Maria unterbrach Charlotte mit recht unsicherer Miene: „... ja, eine Münze und die Dokumente.“
Charlotte schwieg, aber zeigte sich verwirrt. Wieso hatte Maria sie unterbrochen? Sie wollte weiter darüber nachdenken und kam zu nur einer möglichen Lösung, da Maria ja als erstes die Dinge an sich genommen hatte und dann – vermutlich unvollständig – an die Aptissin aushändigte.
Die Aptissin sagte dann schließlich, als sie nicht mehr ungerecht scheinen wollte: „Ihr beiden – sie zeigte auch Maria und Charlotte – nehmt euch pferde und werden ihn suchen gehen. Aber seid trotz allem vorsichtig. Vorsicht ist das Wichtigste!“
Gut dachte sich Charlotte, dann kann ich Maria mal fragen, was sie vor unser aller Augen versteckt hält und sagte in Hörreichweiter der Aptissin: „Schwester Maria, laß uns beeilen, bevor es zu spät ist!“
Sie holten die Pferde aus dem Stall und setzten sich auf sie. Als das kleine Tor öffnete ritten sie schnell los und machten sich auf die Suche.
„Wir reiten zuerst an den See.“ Begann Charlotte ohne dem Versuch der Fährtenlesung, was bei eh eine Zeitverschwendung gewesen wäre und in der Dringlichkeit nicht förderlich. Sie ging die Sache mit ihrem logischen Verstand an. „Er sah verschwitzt aus und wird sicherlich, nachdem er sich gewaschen hat, seine Kleidung reinigen. Das saubere Pferd und sein gründlich rasierter Kopf sagt mir, daß er Reinlichkeit für sehr wichtig hält.“
Sie beeilten sich und galloppierten den Weg zum See. Durch die Beratung war schon gut eine Stunde verloren, die sie vielleicht wieder aufholen müßten und Maria schien besonders daran gelegen, daß sie diesem Krieger mit dieser besonderen Ausstrahlung wieder begegnete und schlug immer wieder – in kurzen Abständen – mit ihrer Gerte auf ihr Pferd ein.
Charlotte fragte dann endlich nach einem Augenblick: „Was hatte der Krieger eigentlich noch zurückgelassen?“
Maria guckte nervös zu Charlotte und verlangsamte ihr Pferd um nicht herunterzufallen. „Wieso zurückgelassen?“
„Tu doch nicht so.“ sagte Charlotte. „Als ich aufzählen wollte, war er bei Agnes zurücklies hattest du mich unterbrochen und das in versteckter aber beinahe bedrückendem Schamgefühl. Ich habe es sofort gefühlt. Der einzige ersichtliche Grund war, daß du etwas vor uns versteckst und verheimlichst.“
„Scheiße!“ sagte Maria und guckt – erschrocken über sich selber – verwirrt um sich. Hatte sie tatsächlich dieses Wort gesagt? „ ... kann man vor dir denn gar nichts verheimlichen?“
Charlotte lächelte etwas selbstgefällig, denn sie nahm es als großes Kompliment. „Scheinbar nicht!“ betonte sie es etwas seltsam und lachte. „Wenn du mir es gleich sagst, dann vergesse ich auch dein unserer Zunft nicht ziemliches Wort, daß ich aber verständlicherweise nicht wiederholen möchte.“
Sie verlangsamten ihren Gallopp und Maria holte das Buch unter ihrem Rock hervor, auf daß sie noch einmal einen Blick warf. Sie wußte, wenn Charlotte eine streng nach dem Klosterleben ausgerichtete Person wäre, dann ist es jetzt der letzte Blick auf dieses sehr sehr interessante Buch und es würde in der klostereigenen Bibliothek für alle Zeiten weggeschlossen. Nein, es würde bestimmt verbrannt werden. Schließlich reichte sie es doch zu Charlotte rüber und gab ihrem Pferd noch einmal die gerte, so daß es wie wild losgalloppierte und sehr unvorsichtig zum See ritt.
Charlotte wußte um das Verhalten, welches – wenn der liebe Gott seine schützende Hand einmal nicht über sie hielte – schnell vom Schicksal bestraft werden würde. Ja, vom Schicksal, daß es für die Nonnen nicht geben und keine Erwähnung finden durfte, da es unter Strafe stand. 50 Stockhiebe gab es für den, der es in den Mund nahm, denn ... „Alles was geschied ist alleine der Wille Gottes!“ sagte die Aptissin immer streng. Sie hatte keine Zeit weiter darüber zu philosophieren, geschweige sich dieses frevelhafte Buch genauer unter die Lupe zu nehmen, denn Maria würde gleich aus ihrem Blickfeld verschwinden und so gab sie ihrem Hengst einen Klatsch, damit dieser losgalloppierte.

Goron saß tatsächlich am See und wusch seine verschwitzte Kleidung, was er – wie immer – nackt tat. Cho-Shu graste abseits und etwas versteckt vor anderer Augen. Als Goron mit dem Waschen fertig war wrang er sie aus und legte es über einen langen Ast in die wärmende Sonne. Er ging kurz darauf ins Wasser, doch nicht zu weit denn schwimmen konnte er nicht und tastete mit dem Fuß jeden Schritt zweimal ab, damit er nicht überrascht und am Ende noch ertrinken würde.
Als Goron bis knapp über Becken im Wasser war wusch er sich so gründlich, wie lange nicht mehr. Die Klarheit des Sees beeindruckte ihn und auch die massive Pflanzenwuchs, den er nur einmal in Chinesischen Reich gesehen hatte kurz bevor die Mongolen es dem Erdboden gleichmachten. Dieses land hatte nichts von der staubigen Steppe wo das Volk der Mongolen vornehmlich lebte, in dessen Nächten es so irrsinnig kalt werden kann. In den ersten Nächten glaubte er zu erfrieren, doch wie durch ein Wunder überlebte er es und das war vermutlich auch eine der Auswahlkriterien, daß er aufgenommen wurde.
Goron ging in die Hocke, bis das Wasser bis zu seinem Hals stand und aalte sich in dem warmen Naß. Er tauchte kurz unter und benetzte seine Haare, wobei ihm auch Wasser in die Ohren lief, so daß er nicht das Galloppieren der Pferde hörte. Momentan war er in einer anderen Welt die ihm mehr gefiel als alles andere, was er bisher gesehen hatte, doch er war allein und sein Drumherum nicht im Blick, weshalb es in solchen Phasen immer sehr gefährlich war.

Maria und Charlotte haben ihn entdeckt und banden ihre Pferde an. Im Gegensatz zu Cha-Sho trauten sie ihren Pferden nicht über dem Weg, den sie gut 20 Meter entfernt war und zu den beiden hinübersah. Normalerweise gab dieser bei Gefahr immer Signale an Goron, doch dieses Mal tat er es nicht, wohl einschätzend, daß diese beiden genauso aussehen und dem ähnlich riechen den Cha-Sho auf seinen Rücken gehabt hatte. Konnten diese dann Feinde sein die sein Leben und das von Goron bedrohen würde? Er blieb stumm und nur er weiß warum. Sein Blick zu den beiden festgebundenen Stuten weckte doch zumindest neugierige Blicke.
Maria ging zum Wasser und überlegte wie sie den Krieger auf sich aufmerksam machen sollte, aber ohne diesen zu verärgern. Charlotte hingegen blätterte zunehmend gebannt in das Buch Kamasutra. Schließlich sagte sie gedankenlos ohne ihr Umfeld zu beobachten vor sich hin: „Ich kann es zwar nicht lesen, aber es scheint unterschiedliche Akte des Liebens zum Inhalt zu haben.“
Maria drehte sich nicht einmal um: „Was du nicht sagst. Ich frage mich nur warum er es an einem Kloster abgibt von dem jeder weiß, daß es dort nur Frauen gibt.“ Sie wurde ungeduldig und suchte ein Stein, ohne sich die Konsequenzen ihrer unmittelbaren tat genau überlegt zu haben. Eine innere Spannung trieb sie dazu.
Charlotte hob ihren Zeigefinger in die Luft und sagte mit Nachdruck: „Eines hast du aber vergessen, nämlich daß er von sehr weit herkommt und genau das nicht wußte. Aber ... trotzdem, wieso gibt ein Mann so ein interessantes Buch einfach weg?“
„Interessant!“ wiederholte Maria und lächelte siegesgewiß. Jetzt war sie sicher, daß es ein Geheimnis bleiben würde und Charlotte zur Komplizin geworden war.
„Was?“ fragte Charlotte verwirrt.
„Du hast gesagt, daß es ein interessantes Buch ist.“ erinnerte sie Charlotte an den vorigen Satz und lachte leise, als sie endlich einen Stein gefunden hatte und aufhob. „Du weißt doch was es für dich bedeutet, wenn du so ein frevelhaftes Buch als interessant beschreibst. Die Abtissin wird dich der Ketzerei anklagen oder zumindest den Rohrstock spüren lassen.“
Charlotte sagte jetzt nichts, doch sie wußte Maria hatte vollkommen Recht. Eine Lösung wäre das Buch zu verbrennen, doch dann wäre die Freundschaft zu Maria vermutlich für immer dahin und außerdem ... das Buch war wirklich sehr interessant und so würde sie selber es nicht wollen, daß man es zerstören würde. Das Wissen für immer auszulöschen, das wäre eine echte Sünde sagte sie sich.
Maria trat nahe ans Wasser und warf den Stein kurz gezielt in die Richtung des Krieger.
Ein Stein plätscherte neben Goron ins Wasser und einige Spritzer prasselten seitlich in sein Gesicht. Das Plumpsen des Steins hatte ihn so überrascht und erschreckt, daß ausrutschte und ganz unter Wasser kam. Er konnte nicht schwimmen geschweige denn Tauchen. Sigkhor hatte ihn das nicht beigebracht, aber vielleicht konnter der es selber nicht einmal. Goron wollte mit den Füßen auf den Boden, doch er kam nicht auf den Boden und Panik machte sich breit. Er ruderte mit den Armen und Beinen, als ginge es um sein Leben ... das war ja auch unzweifelhaft der Fall.
Maria sah es und sagte mit schlechtem Gewissen zu Charlotte – die in dem Buch studiert – ohne auf ihre Tat einzugehen die das ja auslöste: „Du Charlotte, ich glaube der Krieger ertrinkt gerade.“
Charlotte guckte auf und legte das Buch beiseite. Beide gingen ans Wasser, aber etwas hinderte sie ihm zu helfen. Was es das Verbot die Kleidung abzulegen und sich dem Manne ungeziemlich zu zeigen? Cha-Sho rannte ans Wasser, doch konnte er das Wasser nicht einschätzen. Die Reflektion des Wassers wirkte bedrohlich auf ihm und er hatte es es noch nie nötig Wasser alleine zu überqueren, so daß er die Angst nur mit Goron überwinden konnte. Cha-Sho rannte hin und her, wieherte wie verrückt und zeigte seine Kräfte, die hier nicht helfen konnten. Die beiden festgebundenen Stuten bemerkten die Angst des fremden Hengstes um seinen Besitzer und rissen sich los, doch wußten sie nicht was zu tun ist.
Cha-Sho sprang wild vor Angst umher und die beiden Stuten zeigten ihr Mitgefühl als sie ähnliche Gefühlsregungen zeigten. So etwas hatten Maria und Charlotte noch nie erlebt, so daß sie sich beide beeindruckt von der Situation ansahen und beide auszogen. Sie zogen sich so schnell es ging nackt aus, denn naß sollte ihre Kleidung nicht werden, da es nur Ärger mit der Abtissin bedeuten würde. So legten sie ihre Kleidung an eine trockene und saubere Stelle.
„Los schnell!“ sagte Charlotte ohne zu zögern zu Maria – die immer noch harderte wegen ihres schlechten Gewissens – , und rannte in die Richtung des Kriegers. Zwei drei Sekunden später folgte Maria ihr und kämpfte sich so schnell es ging im Gehen durch das Wasser.

Goron kämpfte immer noch mit dem Wasser, so daß er wieder an die Oberfläche kommt und hielt im Anflug kommender Aufgabe die Luft an, welche nur noch für wenige Sekunden reichen würde ... dessen war er sich sicher.
Maria hatte fast zu Charlotte aufgeschlossen, da sahen sie wie die panischen Ruderbewegungen des Kriegers immer weniger werden. Charlotte ging den letzten Schritt zu ihm und wollte ihre hand nach ihm ausstrecken, da versank sie plötzlich in einer tiefen Stelle des Sees. Maria dachte sich wohl, daß Charlotte jetzt eh Ärger kriegen würde, da dessen Haar jetzt durchnäßt war und somit unbequeme fragen nach sich ziehen würde. Da sie sich aber Schuld fühlte sprang sie zu ihr ins tiefe Wasser um ihr bei der Rettung des Kriegers zu helfen.
Gerade wollte er sich aufgeben und dem Tod entgegentreten, tauchte Maria mit einem lauten Plumpsen ins Wasser und er riß die Augen auf. Er sah die beiden auf sich zukommen und der Reiz, denen seine vermeitliche Errettung auslöste, ließ ihn weiter gegen das Ersticken ankämpfen. Charlotte und Maria bemerkten sofort, daß er kurz vor dem Ersticken war, doch sie hatten noch beide genügend Luft in ihren Lungen.
Kurz entschlossen drückte Maria ihre Lippen auf die von Goron und spendete ihm Sauerstoff, während sie umarmte und so verhinderte, daß durch unkontrolliertes Spenden viel Sauerstoff verloren geht. Ihre Brüste drückten sich an seinen Muskulösen Körper, der durch den anstrengenden Todeskampf gegen die Luft stark aufgepumpt war. Auch sein Geschlecht berührte ihre Haut an einer Stelle, die außer ihr noch niemand berührt hatte.
Es war nicht die richtige Situation, doch drang es beiden plötzlich in die Gedanken von Goron und Maria, daß es gerade als Kuß war. Er hatte jetzt wieder ausreichend Luft für einen Augenblick und Maria löste sich, auch drückte sich Goron etwas auf Distanz zu ihr. Charlotte tauchte tief zum Grund und drückte ihn über die Füße wieder an die Oberfläche.
Noch nie hatte er eine Frau nackt so nah an sich herangelassen und das irritierte ihn sehr. Als er oben war schwamm Maria um ihn herum und versuchte zu zeigen, wie man sich über Wasser halten kann. Er versuchte es einfach mal und schwang seine Arme so wie Maria kreisend im Wasser – schnell merkte er die positive Wirkung.
Charlotte ging unten langsam die Luft aus und tauchte langsam vor Goron auf, der sofort ihr Lächeln sah, welches er als lobende geste für seine schnellen Fortschritte im Schwimmen annahm und seinerseits dankend lächelte. Er konnte sich nur über Wasser halten, aber kam kaum vorwärts, und so zeigten die beiden, welche kreisend um ihn schwammen, wie man die Beine benutzen mußte. Goron bewegte seine jetzt auch, doch war es für ihn ein komisches Gefühl, daß er auf einmal so viel Auftrieb hatte und lange probierte, aber dann doch verwirrt den Kopf schüttelte.
Als die beiden seine wachsende Resignation bemerkten, da schwammen sie auf ihn zu und gaben ihm ein Zeichen, daß es jetzt ans Ufer geht. Er versuchte es und die beiden hakten je eine Hand unter eine seiner Achseln, so daß sie ihn ziehen konnten und schwammen mit ihm in den flachen Teil des Sees.
Wenig später stellte sich Goron auf und Wichtung zum Ufer um aus dem Wasser zu kommen. Maria und Charlotte sahen es und Charlotte fragte hinterher, während sie im flachen schwamm: „Schwimmen?“
Goron drehte sich um und fragte: „Schwimmen?“
Maria stand auf und kam einige Schritte auf ihn zu, wodurch er ihre schönen Brüste sah und sie sagte auf Charlotte zeigend: „Schwimmen!“
Irgendwie bedauerte er es, daß das Wasser bei ihr bis über das Becken ging, doch verstand er nicht warum es so war. Er sagte nicktend: „Schwimmen!“ Charlotte schwamm im größeren Kreis um ihn herum, die er beobachtete und Maria versuchte es mit Rückenschwimmen. Nach einer Weile sah Charlotte ihn seine unbrauchbaren Schwimmversuche und stand auf, um – beobachtend – neben ihn herzugehen. Dann legte sie eine Hand stützend an sein Zwerchfell, was eine etwas andere Verteilung der körperlichen Anspannung erzwang und hob ihn leicht an.
Er schwamm nach einer Weile hinter Maria, welche ihr Tempo an ihn anpaßte. Sie merkte zwar wie sie ihn beobachtete, aber in diesem Moment störte es sie nicht einmal, nein es gefiel ihr und es kam ihr nicht in den Sinn, daß sie nach den Regeln des Klosters eines der größten Sünden machte. Sich einem Manne nackt zeigen und – so konnte man es auslegen – anbietet.
Goron betrachtete ihren Körper und es gefiel im wie dieser sich ihm anbot ... ihre schönen Brüste, die Arme und Beine, aber aus einen ihm unbekannten Grund auch der Bereich zwischen ihren Beinen, welcher vom glasklaren Wasser umspült wurde.
„Fordere ihn doch zum Wettschwimmen heraus.“ sagte Charlotte lachend.
„Das ist die Idee.“ stimmte Maria zu und winkte Goron sichtbar zu, der auch sofort anbiß und schneller schwimmen wollte, aber noch an engesteckte Grenzen stieß.
Maria war eine gute und schnelle Schwimmerin, das wußte auch Charlotte und wußte, daß es unmöglich ist das Schwimmen an einem Tag so gut erlernen zu können. Goron nahm die Herausforderung an und versuchte die optimale Lage im Wasser gepaart mit den richtigen effektiven Bewegungen zu finden. Maria merkte, wie er immer etwas schneller wurde und lächelte, da sie immer noch mühelos beschleunigen konnte.
Seine Art zu schwimmen feilte sich immer mehr aus und verbesserte sich immer etwas mehr von Minute zu Minute, verfeinerte es immer effektiver und als Kampfsportler hatte er nahezu unbegrenzte Reserven an Kondition, auch sie eine gute Schwimmerin ist. Charlotte mußte langsam grinsen, da sie merkte wie Maria langsam in Bedrängnis zu kommen schien, welche so allmählich an ihre Grenzen kam und an ihrem Limit schwamm.
Maria merkte jetzt, daß er den Abstand zumindest konstant hielt und ihre Kraftreserven gleich aufgebraucht sind. Als sie dann ihre Hand hob um den Wettkampf abzubrechen, da war er schon mit dem Kopf zwischen ihren Beinen und sie erschrak, als seine Lippen beinahe an ihre Muschi legten ... aber er brach seinerseits ab. Goron stand auf, welcher den erregten klein-Goron offenbarte und aus dem Wasser ging.
Charlotte ging zu Maria und fragte: „Fast sah es so aus, als würde er mit dir eine Stellung aus dem Buch ausprobieren wollen.“
Maria sagte nichts, doch dachte sie sich ihren Teil. War die bereit für ihn? Es war so ein komisches Gefühl in ihr, der zu sagen schien ... daß genau das etwas so Wundervolles sei.

Goron betrachtete seine Wäsche, doch war sie immer noch feucht und rief dann „Cha-Sho“. Dieses Mal ließ sich Cha-Sho etwas mehr Zeit als sonst, was ungewohnt war. Als er dann schließlich kam, da folgten ihm die zwei Stuten und Goron lachte leise. „Na, da hast du zwei Damen gefunden, was?“
Cha-Sho wieherte und reckte seinen Kopf zu Maria und Chalotte – welche langsam aus dem Wasser kamen – gerade so als wollte er ihm das gleiche sagen.
Goron wurde nachdenklich, aber sein Pferd war schlau genug um zu erkennen, daß diese zwei Damen es ihm ebenfalls angetan hatten. Er sah in ihre Richtung und plötzlich kamen ihm die Bilder aus dem Kamasutra, die er vor gut fünf Jahren ein einziges Mal betrachtet hatte. Die Bilder kamen ihm so farbgewaltig vor dem geistigen Auge, daß es ihm unheimlich wurde. Bei den Dingen die im Buch bebildert waren sahen beide Seiten immer sehr glücklich aus, Mann wie Frau. War es am Ende doch nicht so Schlimmes daran? „Nein, ich darf es nicht tun.“ sagte sich Goron leise, denn er hatte ein keusches Leben gewählt und das sollte auch so bleiben, sonst würde sich vielleicht etwas in seinen Gedanken ändern.
Er ging wieder ans Ufer und setzte sich, während er in die Ferne lauschte und nachdachte. Nach einer Weile kamen Maria und Charlotte und setzten sich zu ihm, so daß es ein gleichschenkliges Dreieck bildete. Jeder hatte sich zurückgelegt, die Beine mit leichter Spreizung aufgestellt und den Rücken mit gebeugten Armen abgestützt.
Charlotte hielt mit der einen Hand das Kamasutra und blätterte weiter darin, ohne sich über – die Wirkung, welche daraus hervorging – klar zu sein. Ihre Augen hielten gebannt jedes Bild für Minuten fest und prägten es sich in der Vorstellungskraft sehr genau ein.
Maria dachte an den Moment, als Gorons mit seinen Lippen fast ihrer allerheiligsten Zone berührt hatte und versuchte sich vorzustellen, wie es wohl gewesen wäre, wenn er es getan hätte. Auch Maria wußte nicht um die Wirkung ihrer starken Phantasie.
Goron bemerkte natürlich die zwei und tat so, als würde er in die Ferne gucken, was er ja auch einige Male tat, doch die meiste Zeit betrachtete er ihre beiden Körper. Ihre wundervoll geformten Brüste, die er als kleines Baby gesäugt hatte. Ihre Arme und Beine, welche die Offenheit ihm gegenüber andeuteten und dann der Punkt, an dem er aus seiner Mutter gekommen war. Auch er war unerfahren und wußte ebenfalls nicht um die machtvolle Wirkung. Er fühlte nur die wachsende Härte vom kleinen Goron, der sich langsam aufrichtete.
Maria sah zu Goron, aber bemerkte zuerst bei Charlotte, wie sich ihre Muschi – angeregt durch die süßen Bildchen, gepaart mit viel Phantasie es sich wohl mit sich als Hauptakteur vorstellte – bereits geöffnet hatte. „Charlotte, dein Geschlecht hat sich geöffnet.“ sagte Maria und lachte darüber.
Charlotte guckte über das Buch hinweg und betrachtete sich zwischen den Beinen, wo sie erst jetzt dieses Kribbeln bemerkte. Mit Beschämung hielt sie ihre Hand davor und wollte es verbergen, doch berührte sie sich dort auch und was sie sich nicht eingestehen wollte war -als sie ihre Hand dort für andere unmerklich bewegte – das erwachende Feuer ganz langsam anfachte und stimulierte, was sie aber nicht erkannte. Sie guckte zu Maria und grinste: „Deine Vagina ist aber auch geöffnet.“
Maria hob nachtragend ihre Hand: „Diese Wörter dürfen wir nicht sagen, das weißt du doch.“ Charlotte lachte und Maria guckte sich ebenfalls ihre Muschi an. Charlotte hatte Recht, aber wieso ist das passiert? Ihre Schamgefühle gebieten es, daß sie es versteckte und eine Hand darüber legte ... welche es ebenfalls stimulierten.
Goron guckte es sich an und lachte leise über das was sich vor ihm abspielte, doch war jetzt auch sein Freund so hart wie noch nie ... zum Bersten hart. Sein kaum hörbares lachen hatten die Blicke der beiden auf ihn gezogen, was er dann auch bemerkte. Sie kamen sogar näher an ihn heran, weil sie noch nie einen Schw... gesehen hatten, aber „gesunde“ Neugierde hatten. Er guckte sich zwischen die Beine und entdeckte seinen gewachsenen Freund.
Sie setzten sich so nahe an ihn heran, daß er sie abwehren wollte, doch nahm ihn etwas die Kraft dazu oder besser den Willen dazu, nur was war der Grund ... für den Muskelschwund? Sie spreizten seine Beine und streckten ihre Hände nach klein-Goron aus, dessen Berührung Goron merklich nervöser werden ließ als er es für möglich gehalten hatte. Nach einer Weile löste sich seine Verkrampftheit und er lernte es zu mögen weiche Hände an seinem Schw... zu haben, die seiner Vorstellung natürlich nur die von Frauen sein dürfen. Er legte sich jetzt ganz zurück und entspannte sich.
Nach einer Weile drängelte sich Charlotte zwischen die Beine und Maria saß mit ihrem gespreiztem Schoß an der Seite ohne das Glück berührt zu werden. Charlotte überkam es dann und probierte ihn einfach, in dem sie den harten Goron zwischen ihre Lippen schob, was ihr merklich gefiel und an ihm lutschte. Er hatte kurz gezuckt, aber ließ es doch einfach geschehen ohne eine ablehnende Reaktion von sich zu geben.
Maria fühlte sich abseits und wollte gerade aufstehen, da legte sich Gorons Hand an ihre Muschi, die sich vorgestellt hatte wie es wäre seine Lippen daran zu haben. Sie zuckte erschrocken ... und überrascht, natürlich im positiven Sinne und blickte auf ihn herab. Goron lächelte zu ihr hoch, die jegliche Depression von ihr nahm und sie rutschte mit ihrer Muschi an die Seite seines Kopfes. Das linke Bein stellte sie, während ihr rechter Oberschenkel als Polster für seinen kopf dienen sollte und er diesen dafür bereitwillig kurz an, den er dann ablegte und ihre Muschi vor Augen seine Lippen an sie legte.
Maria schnaufte unter seiner ersten dort küssenden Berührung. Noch nie wurde sie dort berührt, doch es gefiel ihr sofort und wollte, daß es nie aufhören würde und ließ Goron weiter gewähren. Sie tat das – ebenso wie Charlotte – , wofür sie aus dem Kloster verbannt werden würde, allerding nicht ohne vorher die Strafe der Züchtigung erleiden zu müssen ... die festgesetzte Menge von 50 Stockschlägen und das jeden einzelnen Tag eines ganzen Jahres. Wenn man Reue zeigte, dann dürfte man die niederen Arbeiten in dem Kloster verrichten, wenn nicht, dann wäre man verbannt.
Benutzeravatar
schlenzi