 Der Bruch
[habe ungefähr ab November angefangen daran zu schreiben ... was ich auch weiter vor habe. Ich hoffe es gefällt euch, auch wenn es in diesem Teil nur etwas knistert. Viele Grüße Schlenzi]
... der Einbruch
Diese Nacht wurde ich zum Einbrecher und durchstreifte in schwarzer Kleidung wohl einem Ninja gleich durch die Dunkelheit, als sich mir ein Objekt zum Bruch geeignet schien. Es war ein großes Haus ... mit mindestens vier Geschossen und es schien voll unterkellert zu sein. ... soweit aus der Ferne beurteilt und jetzt ging ich über den Zaun, gehen weil der Zaun nur so hoch ist, ohne daß ich mir die Eier aufzureißen hinüber komme und nie beide Füße gleichzeitig in der Luft haben muß .. sehr leichtsinnig denke ich und gehe näher ans Haus, meine Tarnmütze welche nur meine Augen vom Kopf zeigt ziehe ich mir herunter.
Ich versuche nur auf Gras zu gehen, weil er hier sehr saubergeharkt ist und mir sehr leises heranschleichen ermöglicht ... nie auf Sand gehen, welches Spuren hinterläßt und auf hartem Boden recht laut sein kann. Also nur Gras und in Ausnahmefällen auf Stein, oder im Haus auf Teppichen, doch nur im Äußerstem Notfall auf Holz ... welches knarrende Geräusche von sich gibt und wenn nicht massiv sehr laute Schritte verursachen kann. Ich bin jetzt hinterm Haus und sehe ein Kellerfenster auf Kipp welchem ein Weiteres folgt ... geschlossen ... perfekt. Ich gucke mir den Weg dorthin an, aber alles ist sandiger Untergrund ... nur vereinzelt kleine Büsche und oder ein Stein.
Nicht unnötig riskieren denke ich bei mir und hole aus meinem Rucksack, welchen ich mir abgurte muß, zwei Tüten heraus. Beide sind aus Stoff, welche innen mit Kunststofffaser verstärkt sind und somit nicht schnell zerreißen ... am Boden dieser Tüten ist eine Gummimatte in Form eines Fußes, welchen meinen Fußabdruck maskieren soll, wenn ich aus versehen einen hinterlasse oder es sich nicht verhindern läßt um ins Haus zu kommen. Ich schlüpfe mit den Füßen hinein und gurte sie so fest ich kann, so fest, daß es fast schmerzt. Dann ziehe ich mir meine hautengen Handschuhe aus Latex an und schnalle mir den Rucksack wieder eng an meinen Körper, so daß er keine Geräusche macht, wenn meine Werkzeuge im Innern gegeneinander schlagen. Ich gehe in Richtung Fenster und gucke zu Boden, versuche jeden Fuß wohl bedacht zu setzen ... dann stehe ich auf zwei etwa doppelt so groß wie eine Faust großen Steinen und habe einen Moment Mühe das Gleichgewicht zu halten, was mir aber doch noch gelingt. Nur noch zwei Meter sage ich mir und mache einen vielleicht 1 Meter 30 großen Schritt auf einen weiteren Stein - danach setze ich meinen rechten Fuß auf die gut 5 Zentimeter abstehende Platte und schnelle mit meiner rechten Hand ins Innere des Kellerraumes an den Mittelpfosten des Fensters um mich im Gleichgewicht zu halten und nicht in den Garten zu fallen ... und in dessen Sand eindeutige Spuren zu hinterlassen.
Dann als mir der Adrenalinkick mit der wackeligen Position am Kellerfenster langsam überwunden war, tastete ich nach dem Öffnungsmechanismus des geschlossenen Fensters, welches für die Besitzer dummerweise meist immer im Mittelpfosten integriert sind und öffne das zweite Fenster vorsichtig und ganz langsam. Es knartscht nur leise ... so ein Glück denke ich ... und gehe hinein, aber nicht ohne jeden Schritt meiner Füße gut zu überlegen. Ich hangele mich hinein und bin etwas erschrocken, denn der Kellerraum lag tiefer als ich vermutet hatte. Ich krame in meinem Rucksack und hole eine Bergmannslampe heraus, welche ich mir um die Stirn schnalle und mache sie an. Ich dachte nach ... wenn ich jetzt hier aus dem Kellerfenster heraus wollte, dann müßte ich meine Hände in gut zwei Metern an die Unterkante legen und wenn ich Schwung hole um mich auf die Fensterbank zu kommen muß ich aufpassen, daß ich nicht zu viel Schwung habe, weil ich sonst mit meinem Kopf an die Decke knalle ... mist. Ich hangele mich vorsichtig hoch und schließe das rechte Fenster, versucht leise zu sein und wieder knartscht es ... diesmal etwas lauter, aber wohl noch leise genug. “Verdammt!” sage ich leise und dachte nach.
Also Primärziel ist, einen sicheren Fluchtweg zu finden und mich dann nach wertvollen Dingen umzusehen. Ich zog mir die Tüten von den Schuhen und wischte den wenigen Staub der von der Oberfläche der Steine oder der Fensterablage kam mit der Latexbehandschuhten Hand ab und verstaute die Tüten nachdem zusammengefaltet in eine Seitentasche knapp über dem Knie.
Ich öffne die Tür, nein sie ist zu “Scheiße!” flüstere ich zu mir und hole mein Schlosserwerkzeug aus dem Rucksack. Der kleine Kasten hat viele Dietriche und als ich nach gut fünf Minuten die Tür auf habe, schreite ich durch die Tür und gucke auf der anderen Seite.
“Hier steckt kein Schlüssel.” flüstere ich. “Mist!”
Da ich keinerlei Spuren hinterlassen will, verschließe die Tür mir dem passenden Dietrich mit weiterem Zeitaufwand 20 Sekunden. Ich hole noch die zweite Handtaschenlampe heraus und mache diese im Austausch zur der am Kopf an. Mit der Taschenlampe kann ich präziser leuchten und diese im Notfall schnell ausschalten, außerdem halte ich die Taschenlampe auf Höhe der Gürtellinie, so daß man es von außen nicht so leicht sehen kann, weil die Fensterbänke meist auf einer Höhe von 1,10 Meter sind und das „Auge“ der Lichtquelle unter diesem Bereich ist.
Ich schreite jetzt langsam jeden Raum im Keller ab, den ich ohne Dietrich betreten kann und nichts zu finden, was mir helfen könnte auf der Flucht hier heraus. Auch schien hier nichts wertvoll zu sein, also ging ich leise die Treppe herauf, welche aus Stein war und leuchtete mir den Weg.
... der Hilfeschrei
Es schien ein großer Treppenflur zu sein, denn es war hier sonst kein Flur in irgendeine Richtung ... nur jeweils zwei Türen pro Etage. Jede Tür überprüfte ich ob sie offen war, aber keine war offen, daß heißt ich war noch nicht im Dachgeschoß und dann hörte ich einen Hilfeschrei, aber niemand hörte es der hätte helfen können ... außer mir dem Einbrecher.
Die Bergmannslampe angemacht und die Taschenlampe ausgemacht in einer Seitentasche des Rucksacks verstaut schlich ich so gut ich konnte die weitere Treppe hoch, um in die Richtung des Hilfeschreis zu kommen. Auf dieser Etage war nur eine Tür und diese war geöffnet. Es klatsche zweimal, als habe eine Frau schlimme Ohrfeigen bekommen und dann fand ich die vermeidliche Tür, welche in einem weiteren kleinen Flur nur angelehnt was, und ich öffnete diese langsam und lautlos. Ein Mann machte sich an einer Frau zu schaffen, welche sich nicht mehr wehrte, sie weinte nur noch still vor sich hin und wollte nur noch den Moment, welcher sich jetzt ereignete, wenn er überstanden so schnell wie möglich vergessen – sie schien gebrochen und traumatisiert.
“Es wird schön werden, glaub mir!” sagte er im Wahn des Vergewaltigers, welcher davon überzeugt ist, aber es wirkte als ob ein anderer in ihm das zuflüstern wollte.
“Nein!” schrie ich und rannte in seine Richtung. “Schön wird es für niemand von uns heute.” Ich stieß ihn von ihr, welche fast nackt auf dem Bett lag und sich zusammenkauerte.
“Sie wird ein Trauma davontragen, ich sehe wie sie leidet und du ... du wirst gleich sehen und merken wie es ist zu leiden, wenn du nicht sofort verschwindest!” schrie ich, mit einer inneren Angst, die ich zu verbergen versuchte. Ich hatte zwar Kampfsporttraining und bin auch recht fit, aber reale Erfahrung hatte ich nie und etwas auszuprobieren im Kampf um Leben und Tod sollte man vermeiden, weil man es schlecht einschätzen kann.
“Hey, du kleiner Scheißer!” begann er. “Du wirkst ja fast noch pubertär! Geh doch lieber zu deiner Mutter, Muttersöhnchen!”
Er reizte mich und ich ging in Angriffshaltung, jetzt wollte ich wissen, wie ich kämpfen und siegen kann.
“In Ordnung, jetzt will ich es doch mal wissen.” sagte ich leise und ließ meine Fäuste blitzartig nach vorne schnellen und zog sie genauso schnell auch wieder zurück. “Wie gut ich wirklich bin!” wurde ich etwas lauter, und ebenso nachdrücklicher.
Er wirkte etwas nachdenklich, aber wirkliche Schwäche ließ er nicht erkennen, denn er spannte seinen Körper an. Ich sah ihn an, konzentrierte mich auf jedes Detail seiner Körperhaltung und fand schnell eine Schwachstelle. Seine rechte Faust sauste auf meinen Kopf zu, mit dem ich auswich und meine beiden Hände packten seinen Arm, zogen diesen weiter in dessen Schlagrichtung und weil er sich in eine unsichere Haltung verlagert hatte, wollte er mit seinem anderen Fuß nachziehen, aber ich blockierte ihn mit dem rechten Fuß an den Knie positionierend ... er fiel längs zu Boden.
“Schnell, hol ein Seil oder etwas Vergleichbares!” rief ich zu ihr. Ich konnte sie nicht sehen und konzentrierte mich nur auf ihn, auf dessen Rücken ich zum Sitzen kam und meinen Arm um seinen Hals geschlungen hatte ... ich ließ ihm nur wenig Luft zum Atmen, weil er so schneller außer Atem und geschwächt war.
“Kämpfe, und ich drücke stärker, gebe nach und du hast die Luft zum entspannten Atmen.” sagte ich ihm ... er entspannte sich und ich ließ leicht locker. Ich wartete und drehte mich in die Richtung wo sie saß, aber sie schien noch immer wie gelähmt.
“Da hast du es, sie ist schon traumatisiert ... du Schwein.” schrie ich und stellte mich mit dem Knie des rechten Beines auf seine Schultern.
Ich schnallte mir den Rucksack ab und holte 40-Zentimeter-Kabelbinder aus der Tasche, welche ich neben ihm hinlegte. Dann rutschte ich auf ihm etwas herunter und nahm beide Handgelenke, welche ich nebeneinander rückte und unter dessen ein Kabelbinder lag.
Das wird jetzt schwierig dachte ich und versuchte mit einer Hand den Kabelbinder um seine Handgelenke zu binden ... ein Ding der Unmöglichkeit. Er schien es zu bemerken, denn jetzt wehrte er sich wieder mehr und machte es mir deutlich schwerer. Ich legte mein Knie zwischen seine Schulterblätter, daß heißt knapp darunter und drückte ihn mit meinem Körpergewicht nacht unten, aber so bald ich seine Hände packte und einen Kabelbinder um die Handgelenke schrüren wollte wehrter er sich ... und fiel einmal fast von ihm herunter. Also sah ich zu ihr hin, als ich ihn wieder unter Konstrolle hatte.
... das beginnende Gespäch
“Hey!” schrie ich so laut ich konnte zu ihr und sie erschreckte - ruhiger sprach ich weiter. “Wenn du die Länge dieser Nacht verkürzen willst, dann hilf mir jetzt bitte! Ich will auch langsam Feierabend haben ... bitte.”
Sie stand auf und kam in ihrem Nachthemd näher.
“Seid wann haben Einbrecher Feierabend?” begann er auf einmal. “Wir sind gleich, ich bin auch ein Einbrecher. Laß mir die Kleine und du hol dir was du willst! Laß uns zusammenarbeiten!”
“Wir sind nicht gleich. Gegenstände sind ersetzbar, aber nicht der Verstand ... die Seele.” sagte ich laut ihm. “Die Seele zu rauben, um sie zu beflecken ... das sollte niemand wagen, denn dessen Schönheit entfaltet sich nur in Freiheit derer eigenen Entscheidungen.”
Sie sah jetzt zu mir und ich sah zu ihr, während ich mit ihm zu kämpfen hatte. “Bitte hilf mir, danach rufen wir die Polizei und ich verschwinde bevor sie da ist.”
Sie kam noch näher heran und wollte mir meine Tarnmütze abziehen, aber ich versuchte ihr meinen Kopf mich der Enttarnung zu entziehen.
“Bitte, tue das nicht.” bat ich. “Ja, ich bin eingebrochen, aber ich würde niemanden ohne Grund angreifen und angreifen. Bitte laß mich unenttarnt wieder gehen!”
Ich hockte sich neben mich und guckte mir kurz konzentriert in die Augen. Sie hat ein sehr schönes Gesicht - nur die Schwellung an ihrem Gesicht, wofür er wohl verantwortlich ist, mildert es etwas - ebenso ihre blauen Augen, welche zum Träumen verleiten ... nein ich senkte den Blick nachdenklich zu ihm dem Verbrecher unter mir herab. Etwas passierte mit mir und ich durfte nicht zu viel darüber nachdenken, also vermiet ich es direkten Augenkontakt zu ihr zu zulassen.
Er spürte, daß er gleich festgegurtet wird und wehrte sich mit zunehmender Gewalt ... ich hatte meine große Mühe, aber sie hatte plötzlich keine Furcht mehr und zog den einen Kabelbinder um seine beiden Handgelenke zu. Ich setzte mich neben ihn und machte noch ein Kabelbinder um seine Fußgelenke, wo ich meinen rechten Arm um seine Beine geschlungen hatte und er diese nicht mehr bewegen konnte. Jetzt war er gebrochen und besiegt.
“Du rufst die Polizei und ich verschwinde.” sage ich und sehe zu ihr in die Augen. Schnell wollte ich weg, aber ihr Blick ... schien so hilflos und verstört.
“Bleib.” sagte sie nur, ohne das Wort Bitte, aber es war eine Bitte, wenn ich ihre Augen betrachtete. Sie wirkte immer noch verängstigt, aber ich wußte nicht was ich machen sollte.
“Ich weiß nicht, was ich noch tun kann.” sagte ich und ging zur Tür, doch sie kam schnell näher. “Ich bin auch ein Einbrecher und möchte nicht in den Knast, daß mußt du doch verstehen können! Und er wird es nur zu gerne bestätigen, denn ich habe ihn gestellt.”
“... bitte.” flehte sie und Tränen flossen langsam an ihren Wangen herunter.
Ich ging zu ihm zurück und kontrollierte die Kabelbinder ... dann entschied ich mich noch mehrere Kabelbinder zu nehmen um ihn noch mehr in seiner Mobilität einzuschränken ... fast regungslos zu machen.
“Oh, er bleibt also hier und bewacht sie, um sie doch mal zu fic...., was?” sagte er und lachte in seiner Ausweglosigkeit.
“Du weißt ja nicht was du sagst. Ich werde sie nicht berühren!” sagte ich, aber irgendetwas sagte mir, daß er recht haben könnte ... etwas kämpfte in mir. Ich mußte mich beherrschen um ihn nicht zu schlagen, aber ich knebelte ihn und drehte den Gefangenen mehr seitlich hin, damit es etwas bequemer ist für ihn.
Ich drehte mich zu ihr um: “Ich bleibe bis zum Morgengrauen, dann verschwinde ich ... mehr kann und will ich nicht tun.”
“... danke” sagte sie nur, aber es schien als sei es ihr nicht zu genügend, doch sie ließ es nicht verbal aus sich heraus.
Ich zog ihn weiter vom Bett weg und setzte mich auf eine Couch an der Wand ... so bequem es ging.
Sie nahm auf einem Sessel platz und sah mich an.
“Was ist?” fragte ich leise und höflich betont. “Worüber denkst du nach?”
“Ich denke an deine Worte von vorhin, meintest du sie ernst?” fragt sie leise.
“Es ist mein voller Ernst!” sage ich deutlich. “... oder was glaubst du denn?”
“Ich glaube, daß ... nein nicht so wichtig.” sagte sie und schwieg einen Moment. “Das mit der Seele ... glaubst du wirklich daran?”
“Ich meine damit, daß ich keinem seelisch schädigen will ... und körperlich ist es auch nicht mein Ding.” erwidere ich auf ihre Frage.
“Wie wird ein junger Mann mit so moralischen Werten zum Einbrecher?” fragt sie langsam freundlich lächelnd.
“Finanzielle Probleme, die ihm den Raum für freie Entscheidungen immer enger werden lassen.” sage ich. “Meine Miete kann ich kaum bezahlen und genauso das Essen kann ich mir kaum noch leisten. Zahlreiche Rechnung warten auf deren Tilgung und ich habe nichts, es ist aussichtslos.” ... jetzt rollen mir im Moment der Erinnerung an meine Probleme Tränen an den Wangen herunter und drehe mich mit dem Gesicht von ihr weg. “Scheiße, niemand kann mir helfen! Ich erzähle es ja niemanden, wie sollte mir auch jemand helfen ... lieber geh ich still und leise in den Knast, dann sind meine Probleme ausgesperrt und vergessen. Ein Versager wird weggesperrt, was ist auch schlimm daran, jeder ist glücklicher wenn das der Fall ist, oder?”
Sie setzte sich vor mich auf den Fußboden. “Hey, mir ist es nicht egal! Du hast mich gerettet und wenn ich dir helfen kann, dann sag mir wie.”
Ich sehe zu ihr, wie sie mit ihren Armen um die Knie verschränkt vor mir sitzt und wenn sie sich in eine Richtung streckt würde ihr Nachthemd wohl ihr Geschlecht freilegen denke ich und ich reiche ihr die Decke hin, die auf der Couch liegt.
“Bitte verhülle dich mehr, es macht mir Angst, wenn etwas in mir herausgefordert wird. Bitte.”
Sie lächelt so lieb, als sie in meine verweinten Augen sieht und nimmt die Decke, in dessen sie sich hüllt. Ich sehe wieder zur Seite.
“... und wieso wohnst du hier alleine wie es scheint?” frage ich leise.
“Na, jetzt fragst du mich ja aus.” sagt sie fast lachend. “Mein Mann fiel im Kosovo und so bin ich seit zwei Jahren verwitwet, aber ich habe es schnell überwunden, da er irgendwie das Abenteuer suchte und es mehr liebte als mich. Er suchte immer das Weite, nachdem er mich zwei Wochen gehabt hatte.”
“Klingt sehr traurig.” erwidere ich.
“Nein, war es nicht, ich ...” begann sie, als ich sie ansah und unterbrach.
“Ich meinte, daß er sich deinen Bedürfnissen nicht länger als zwei Wochen zugewandt hatte. Es scheint eine sehr traurige Beziehung gewesen zu sein, sorry.”
Sie war still und sah zu mir hoch, sie dachte scheinbar nach.
Ich sprach weiter: “Bist so eine schöne Frau, aber dein Mann flüchte vor der eigenen Frau dem wahren leben im Leben ... der Beziehung zwischen Mann und Frau, und allem was dazugehört oder mit sich bringt. Kinder, welche man gerne aufwachsen sieht und vieles mehr. Nein, er schien sich in der Gefahr wohl und aufgehoben zu fühlen.”
Wir dachten beide nach. Auf einmal lachte ich bei einem Gedanken und sie sah mich erneut an.
“Hey, was lachst du?” fragt sie.
“Ist das nicht komisch und tragisch zugleich, daß ich nicht in eine Beziehung komme, weil ich so schüchtern bin und niemanden meine Probleme aufbürden will, aber sich andere in einer Beziehung sind, welche irgendwie aus der Beziehung flüchten? Es ist wirklich traurig, daß manche die Chance nicht nutzen, wenn sie in einer Beziehung sind und sie auseinanderfällt.” ... ich begann wieder weinen und legte mich zurück auf die Couch. “Alles ist scheiße und Mist.” flüstere ich leise und schloß meine Augen um etwas zu entspannen.
... der Versuch Distanz zu halten
“Darf ich mich zu dir legen?” fragt sie leise und ich riß die Augen auf. Ein Kribbeln in meinem Freund macht sich bemerkbar und ist mir peinlich, ich werde rot und frage ich mich im Gedanken. Auch fühle ich den Schweiß unter den Latexhandschuhen, welche ich immer noch anhabe und überlege sie jetzt auszuziehen. Scheiße, ich ziehe sie aus denke ich und tue es, gleich darauf verstaue ich sie im Rucksack, welcher an der Couch gelehnt steht.
“Das solltest du vielleicht nicht tun, nimm bitte dein Bett.” erwidere ich.
“Bitte, du hast mich beschützt und ich fühle mich bei dir sicher.” sagt sie.
“Aber ich fühle mich nicht sicher bei dir...” erwidere ich und sie lächelt ... kommt näher und ich drehe mich etwas von ihr weg.
“Bitte nein...” flüstere ich flehend, aber sie legt die Decke über mich und schmiegt sich an meinen Rücken heran.
“Ich vertraue dir!” flüstert sie und küßt mich am Hals, streicht ihre rechte Hand zu meiner Brust.
Ich dachte nach ... das Opfer schmiegt sich an dem Retter vor der vorhin drohenden Vergewaltigung, nur daß der Retter ebenfalls ein Verbrecher ist. Fast muß ich lachen, aber ich grinse nur und sie merkt es scheinbar nicht. Meine Hand fährt zu ihrer und streicht sie sanft. So nah war ich noch nie einer Frau, so offen und geistig so nah. Ich bedauere schon jetzt im Morgengrauen zu verschwinden, aber das ist eine Regel, die ich nicht brechen darf ... sonst bin ich im ars.... Schnell stelle ich meine Armbanduhr auf 4Uhr 40 dann soll sie mich wecken, kurz danach soll es hell werden wenn ich dem Kalender bei mir zu Hause trauen kann ... also noch gut 2 Stunden und 40 Minuten für Schlaf.
Aber ich fand keinen Schlaf, ihr Süßer Busen - vom dünnen Stoff ihres Nachthemds nur unwesentlich verfälscht in meiner Wahrnehmung - drückt sich an meine hautenge Kleidung. Ihr Schoß lehnt sich an meinen Hintern und ihre Beine haben sich wie meine leicht gebeugt ... sie liegen an meinen Beinen ... sie raubt mir den Schlaf ... nein, den Verstand.
Ich schlafe doch noch ein und als ich aufwache ist es taghell. Ich will auf meine Uhr sehen, aber sie nicht mehr am Gelenk und ich drehe mich mit dem Kopf. Ich fühle ihre Haare im Nacken und am Hals ... an der Wange ... ich, meine Tarnmütze war weiter nach oben geschoben bis nur Nasenspitze ... ich dachte nach.
Ihre Hand lag unter meiner Kleidung auf dem Zwerchfell. Ich nahm sie vorsichtigst heraus und legte sie, nachdem ich mit einer Körperdrehung aufstand auf die Couch und kam neben der Couch zum Stehen. Ich nahm die Uhr und sah wie spät es ist. 6.27 Uhr ... scheiße, ich muß los und zwar schleunigst. Ich schnallte mir den Rucksack um, während ich die Bergmannslampe eingepackt hatte und zog noch die Latexhandschuhe an. Ich ging kurz zu dem geknebelten Gefangenen und stupste ihn an. Er bewegte sich noch, also konnte ich guten Gewissens gehen.
... nur ein kurzer Abschied
“Tschüß, aber ich muß das nächtliche Abenteuer abbrechen.” flüsterte ich leise zu ihr und ging zügigen Schrittes zur Tür, dann durch den kleinen Flur zu den Treppen welche ich am Geländer hinunter rutschte und fast hinfiel. Ich sollte die lange Nacht nicht unterschätzen kam der Gedanke und dann war die Haustür vor mir. Sie wirkte sehr stabil und ich kramte nach einem Dietrich. Ich probierte an dem Schloß einige aus, als es plötzlich an der Tür summt und ich zog an der Tür, welche sich damit geöffnet hatte. Ich zog mir die Tarnmütze herunter und holte aus dem Rucksack den Regenschirm heraus. Aufgespannt schütze er mich vor einem Blick von oben, während mich neugierige Blicke von den anderen Seiten nicht ganz so verdächtigen würden, als wenn ich die Tarnmütze noch auf hätte und sie sofort die Polizei holen würden.
“Hallo?” fragte eine Stimme aus dem Lautsprecher an der Tür. “Schade, daß du nicht bleibst. Ich hoffe du kommst bald wieder, und das ohne deine Tarnmütze ... vielleicht als Freund und nicht als Einbrecher. Vielleicht kann ich dir ja doch helfen. Tschüß und mache keine Einbrüche mehr, daß paßt nicht zu dir. Ich wünsche dir viel Glück.”
“Danke.” flüsterte ich nur, aber es war mir bewußt, daß sie es nicht hören konnte ... doch ich ging und rannte mit dem Schirm los. Als ich zwanzig Meter weiter in einer blickgeschützten Ecke war klappte ich den Schirm zusammen und steckte ihn in den Rucksack, während ich einen Overall und einen weiteren Rucksack heraus holte. Den Rucksack zum Einbruch steckte ich in den relativ bunten Rucksack und dann zog ich mir den blauen Overall an. Ich nahm mir das abgestellte Fahrrad ein paar Meter weiter und fuhr zu der nächsten Telefonzelle. Nach der Wahl von 1-1-0 hob jemand ab.
“Polizeirevier, guten Morgen. Was kann ich für sie tun?”
Ich verstellte meine Stimme etwas: “Ich habe im Haus in der Ludwig-Anton-Bums-Straße 189 eine Vergewaltigung verhindert und den Gewalttäter mit Kabelbindern gefesselt. Wenn er abgeholt wird, denn wäre das weibliche Opfer froh sein. Es ist kein Scherz. Vielen Dank und tschüß.” ich legte auf und fuhr schnell zu meinem Ausbildungsplatz.
Ich war im zweiten Lehrjahr, knapp vor dem dritten und war auf dem Weg Elektroinstallateur zu werden. Ich sah auf die Uhr als ich mit voller Geschwindigkeit auf das Firmengelände fuhr. 6.57 Uhr ... gerade noch rechtzeitig. Mein Fahrrad an seinen Platz gestellt gehe ich in die Werkstatt und warte auf Anweisungen, mit welchen Leuten ich los muß und was zu tun ist. Schnell geht der vorbei, denn ich bin mit dem Lieblingsgesellen unterwegs und flachse viel mit ihm. Als es schon fast 19.00 Uhr ist werde ich sehr schnell müde.
“Du Jörg, ich muß langsam nach Hause, sonst schlafe ich hier noch ein.” sage ich. “Wenn wir morgen noch bis Mittag arbeiten, dann reicht das doch auch, oder willst du bis 24 Uhr arbeiten? Es ist doch keine große Strecke hierher zu fahren.”
“Na gut, machen wir es morgen fertig.” sagt er. “Fauler Sack.” ... er lacht.
“Hm... wenn ich als Stift Überstunden bezahlt kriegen würde, dann wäre ich glücklich Überstunden zu machen, aber so ...?” erwidere ich.
“Stimmt, das ist ungerecht! Los, pack die Sachen ein, ich helfe gleich und dann ab in die Firma.”
“Danke!” sage ich und schmeiß mich ans Einräumen.
...
In der Firma ist keiner mehr zu sehen und so sind wir auch schnell weg, mit dem Fahrrad schnell nach Hause. Sofort gehe ich unter die Dusche und wasche den Schweiß von fast zwei Tagen herunter. Die Gedanken an die schöne Frau erreichen mich immer öfter und gerade unter der Dusche ist es gerade besonders stark.
“Ja, ich habe dich auch gern, auch wenn ich dein Namen nicht weiß.” sage ich leise und seife mich ein, wasche den Staub der Baustelle herunter, welcher an dem Körperschweiß regelrecht zu kleben scheint. Als ich dann - für mich zufriedenstellend - sauber bin, ziehe ich mir den Slip an und lege mich sofort schlafen.
Am nächsten Tag stehe ich auf und fahre zur Arbeit, aber diese Woche ist recht armseelig und ganz und gar nicht lustig. Zwei Briefe mit Rechnungen und die Miete – auch schon zwei Monate im Rückstand - ist auch zu bezahlen. Am Freitag arbeite ich in der Firma, daß heißt Aufräumarbeiten und solche Sachen. Dann kommt ein Wagen auf den Hof und eine Frau steigt aus. Es ist sie und ich werde unruhig - ein Blick zur Uhr ... 10.35 Uhr. Sie geht durch die Tür in die Vorhalle, um kurz darauf in die Werkstatt zu kommen und sieht mich an einer Maschine hantieren.
“Hallo, ich einen von euch sprechen.” sagt sie nur und ich drehe mich zu ihr um.
“Wie kann ich ihnen helfen?” frage ich und habe jetzt meine Brille auf, denn bei der Arbeit können die Kontaktlinsen bei einigen Arbeiten – wie z.B. Flechsen durch Funkenflug - schnell beschädigt werden.
Sie guckt kurz seltsam, aber dann tritt sie auf mich zu: “Hallo, du bist es doch.” Sie streicht über meine Brust und lächelt mich an ... guckt tief in meine Augen und ich werde Rot.
“Woher...?” frage ich und überlege angestrengt, was man an meinen Augen merkt.
Dann will sie gerade was sagen und ich sage es mit ihr gleichzeitig: “Der Rucksack!”
“... da waren meine ganzen Sachen drinnen und auch dieser Overall mit dem Firmenlogo.” fuhr ich fort.
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