 Der Fluch kommt mit der Nacht - Incubus (Teil 1)
So begann es ... --->
Im Jahr 1501 des Herrn wurde ich als Sohn von Bauern, die in Leibeigenschaft in den Diensten eines Grafen standen. Im Alter von zehn Jahren begann ich das Handwerks meines Vaters zu erlernen, aber auch nach dem ich das sechzehnte Jahr hinter mir ließ brachte es mir keine Erfüllung. Mit meinem „verdienten“ Lohn, der nur für zwei Krug Met reichen würde, ging ich in eine der meist schäbigen Kneipen. Ja, in irgendeine Kneipe von der ich wußte, daß mich dort niemand kennen würde und ich allein mit mir und meinen Gedanken sein würde.
Irgendeine Kneipe? Nein, diese zufällige Wahl oder war es doch schicksals Fügung? ... diese Kneipe wurde mein Fluch, dem ich wohl nie entrinnen werde und mit jeder Nacht, in der ich nicht eingesperrt sein wurde, schwerer auf meinen Schultern wirken ... in den Momenten freien Denkens schwer auf meinen Gewissen lasten ... wie ein Spiegel, in dem man auf ewig die Sünden vorgehalten bekommt.
Jedoch ... dieser Spiegel würde mir erst viel ... viel später vorgehalten werden, so daß mir klar wurde was ich getan hatte und was ich immer weiter tun würde, wenn ich mir nicht das Leben nehme.
Wo war ich noch einmal? Richtig, ich war in der Kneipe und verlangte ein Maß Met ... um mich zu besaufen und starr an die Wand guckend nachzudenken. Wie hypnotisiert starrte ich sie an und als der Krug geleert war bestellte ich den zweiten Krug von dem Zeug. Ich war der ersten Hälfte des zweiten Krugs so umnebelt, daß ich eigentlich nicht mehr viel mitbekam ... außer vielleicht der alten Fettel, die sich irgendwann vor mich setzte und ungefragt anfing zu quatschen.
„Du brauchst eine Frau.“ fing sie an.
Ich guckte fragend sie an, wohl mit dem Blick eines Wahnsinnigen der sich kaum aufrecht halten kann: „Frau? Klar, aber ... aber du bist mir zu alt!“ ... und ich lachte so, wie ich es bei Besoffenen eigentlich immer gehaßt hatte und jetzt hörte ich mich im selber so. Meine Laune kippte als mir gerade dieser eine Gedanke bewußt wurde und mein Blick wurde ernster. „Was willst du überhaupt? Wieso weißt du von meinem Wunsch nach einer Frau?“
Sie grinste über das ganze Gesicht, so daß sie die kurzen borstenartige Härchen aus der Warze auf ihrer Nase noch mehr betont wurden. „Ich kann dir helfen, wenn ... du ... wiiiilllllst?“
„Wie kann eine alte Fettel wir mir helfen? Beine breit und los, oder was?“ fragte ich und wunderte mich über diesen Ton von mir, aber sprach einfach weiter, als zog man mir alle Worte aus dem Munde ... und das machte mir Angst. „fic.... ist nicht alles, ich will Liebe und Herz, aber bei dir sehe ich als erstes nur deine Nase und dessen Bosten. Sorry, aber das sagt mir nicht zu und wenn wir es tun würden, wären unsere Kinder alle mit diesen Borsten im Gesicht? Ne, das ist nichts für mich, dann lieber ...“
„Hey!“ schrie sie auf einmal und guckte mit überraschten Blick um sich, ob sie beobachtet werden würde. „Nun halte aber den Rand, ja?“
Wir schwiegen uns eine Weile an, dann ergriff sie weiter das Wort: „Ich weiß, daß du Probleme hast mit Frauen umzugehen und die richtige zu finden. Ich kann dir helfen, daß du bis zum 18. Lebensjahr deine Zukünftige finden kannst.“
„Toll, und wie?“ fragte ich eher gelangweilt zur Seite.
„Gewisse Menschen brauchen eben mehr Motivation und die kann ich dir geben.“ sagte sie ohne wirklich deutlich zu werden, was sie genau meinte und es auf den Punkt zu bringen.
„Und was muß ich machen?“ fragte ich.
„Wenn du bis zum 18 Lebensjahr keine Frau gefunden hast, dann gibst du mir deine Seele.“ sagte sie einfach so, als sei es nichts.
„Meine Seele?“ fragte ich. „Du willst doch Sex mit mir und dann bis einer von uns unter der Erde liegt oder? Sei ehrlich!“
„Halt die Schnauze, du spinnst ja.“ sagte sie jetzt leiser, aber etwas war in der Luft und das machte mich irgendwie geil.
Ich fuhr mit dieser Art „Konversation“ fort und sagte Reizworte. Sie war zwar so häßlich und sah aus wie eine Hexe, aber im Suff wirkt alles ganz anders auf einen. „Ach wirklich?“ fragte ich und ein Teil in mir – welcher jetzt fast ganz verborgen war – wunderte sich ... über meine Wahl der Worte. Ich lachte: „Wahrscheinlich bist du eh staubtrocken in deiner Muschi, was? Lange keinen Stecher gehabt in deinem Alter, hahaha. Wie lange war keiner mehr mit dem Schw... in deinem Fleisch?“
Sie wirkte plötzlich gar nicht mehr so selbstsicher und ich fügte hinzu: „Weißt du überhaupt wie ein Schw... aussieht?“ Sie sagte nichts, sondern guckte nervös und seltsam nach allen Seiten ... nur nicht zu mir, doch war ich mir sicher, daß sie mir zuhörte. „Was ein Schw... ist weißt du aber ja doch, oder?“
Sie sah mich an, fast so als ärgerte sie sich, aber das war es nicht allein: „Klar weiß ... [ich schnellte mit meiner Hand mitten in ihrer Antwort unter ihren schmuddeligen Rock zwischen die Beine] ...iii-iicccch was duu-uuu me-ha-ha-einst.“ Sie rang weiter nach ihrer Selbstbeherrschung, als die Fingerkuppen von Mittel- und Zeigefinger über ihre überhaußt nicht staubtrockene Muschi fuhr ... und noch etwas kam mir in den Sinn ... es ist dort nicht einmal verschrumpelt. Sie war dort ganz deutlich feucht geworden.
Ich lächelte sie nur im Suff an und als ich mit den zwei Fingern langsam in ihr Inneres drückte, da fragte ich mich Eines: Wenn sie nicht mit mir fic.... will, wieso steht sie nicht einfach auf und geht raus? Halt, vielleicht sind es auch Schamgefühle, die sie plagen würde, wenn es die anderen mitbekommen würden. Sie hatte schon begonnen stumm die Augen zu verdrehen und die Beine zu spreizen, als etwas von ihrem Naß an meinem hinunterrann, da zog ich meine Finger langsam zurück.
„Entschuldigung.“ sagte ich leise und nahm meinen letzten Schluck, während sie mich ansah, als wolle sie jeden Augenblick über mich herfallen. Ich stand auf und der Schluck wirkte doppelt schwer ... langsam ging ich – ohne mich zu verabschieden – zickzackwankend zur Tür nach draußen, wo ich mich nach kommender Übelkeit am einem Baum kotzen muß. Mich verließ die Kraft zum Stehen und stürzte zuerst auf die Knie und kippte zur Seite Weg. Der Hilflosigkeit folgte schnell der Zustand von Depression und dann der traurige Gedanke an dem was ich bisher aus meinem Leben gemacht hatte ... während sich eine Hand von mir durch die Kotze fährt.
Nach einer Weile zogen mich zwei Hände hoch und eine Stimme sagte: „Los, komm mit.“ Ich war weil vom eigenem Willen in diesem Moment und versuchte mich mit den Beinen vom Boden abzustützen und die „Herrin“ zu entlasten ... denn es war eine weibliche Stimme, die aber so gedämpft an mein Ohr drang, daß ich es nicht zuordnen kann. Und zweitens war es stockduster, bis auf das milde Licht des Mondes.
Nach einer Weile, ich weiß nicht wie lange, wurde ich klarer im Kopf und sah mich um ... fand mich in einer kleinen mit einer Kerze erleuchteten Hütte wieder.
Unsicher fragte ich leise: „Hallo?“
Wenig später kam die alte Fettel aus dem Dunkel eines anderen Raumes hervor und ich frage weiter: „Was mache ich hier?“
„Du hattest dich selber gefragt, was du aus deinem Leben gemacht hast und so habe ich dich mitgenommen, um dir zu helfen.“ sagte sie leise. „... wenn du denn willst.“
„Ja, du hast Recht, aber willst du mir schon helfen?“ fragte ich.
Sie holte ein Pergament hervor, welches in roter Farbe geschrieben war und da drang sich für mich der Gedanke in den Vordergrund, ob sie es mit ihrem Blut geschrieben hatte. Dann sagte sie: „Unterschreibe diesen Pakt und du wirst mit unbedingtem Nachdruck deine Frau für´s Leben suchen bis du achtzehn geworden bist.“
„Wo soll ich unterschreiben?“ fragte ich und griff nach der ersten Feder die ich sah.
„Um deine Absichten zu bestätigen und den Vertrag gültig werden zu lassen mußt du mit deinem Blut unterschreiben.“ sie reichte mir ein Messer und ich hielt es an meine Haut, aber überlegte. „Was ist?“ fragte sie.
„Hast du etwas, was den Schmerz betäuben wird?“ fragte ich in der Manier des Angsthasen, was das letzte Mal sein würde ... für alle darauffolgenden Jahre, Jahrzehnte und Jahrhund..., aber so weit sind wir noch nicht ... noch nicht.
Sie hatte kurz einen seltsamen Blick, als sie mich ansah, aber dann ging sie an eine Apparatur der Alchemie und fing an etwas zu mixen, was sie lange köcheln ließ.
Nach einer Stunde trat sie an mich heran, wo ich mich nach einer Weile gesetzt hatte und sagte mir: „Es nimmt dir den Schmerz, aber egal was du jetzt siehst ... es ist eine Illusion und nicht wahr ... alles kann anders aussehen.“
„Wenn es was Schönes ist, dann soll es mir Recht sein.“ sagte ich nur und nahm ihr den Krug aus der Hand, den ich an meine Lippen hob. Das leicht abgekühlte ran über meine Zunge langsam in den Rachen und schleichend erwachte ein seltsames Gefühl von Wärme in mir ... ein Wohlgefühl breitete sich aus. Noch konnte ich klar denken und ritzte mir eine Kerbe in die Handfläche, bis ich das Blut sah.
Normalerweise wurde mir vom Blut immer schlecht, aber jetzt war ich vom seltsamen Glückgefühl erfüllt und ich tunkte die Spitze der Feder in die Wunde, welche sich mit Blut vollsog. Dann war war ich zufrieden mit der Fülle des Blutes, die ich zu meiner Unterschrift verwenden würde und setzte an ... um zu unterschreiben und setzte meine Seele ein um dem Wunsch nach einer Frau für´s Leben Nachdruck zu verleihen.
Dann war die Unterschrift gesetzt und wankte betäubt wie unter Drogen langsam umher, alles wirkte auf einmal so anders ... genau so wie sie es sagte. Jetzt war ich nicht im Dunkel, welches von zwei Kerzen zerrissen war, sondern alles schien im magischem Schimmer türkisfarben zu erleuchten. Es wirkte so unwirklich, doch so faszinierend und ich sah mich weiter in dieser neuen Welt um.
Schließlich sah ich sie vor mir stehen mir mit nacktem Rücken zugewand, die gerade ihre Hände ins Wasser einer großen Holzschale tauchte um sich dann das Gesicht zu benetzen. Passierte das jetzt gerade wirklich oder war das nur Einbildung? Auch wirkte ihr Haar auf einmal nicht mehr zu verfilzt wie von vorhin und ich schritt weiter heran.
Noch einmal sagte sie: „Hier ist nichts wahr, was du sieht ... nur meine Stimme, die du hörst.“ Doch weiter regte sie sich nicht und schwieg dann ...beugte sich nach vorn über, tauchte ihr Kopf etwas ins Wasser. Ich strich mit meinen Händen über ihren makelloserscheinenden Rücken, welcher so jung und jugendlich wirkte. War das eine Täuschung? Wie würde ihr Gesicht aussehen? Unter meiner Berührung richtete sie sich wieder auf und drehte sich zu mir um.
Ich war geplättet von dieser Schönheit und fühlte mich von dieser verführt, doch würde ich den Moment an dem mich diese Schönheit verlassen würde und die Droge nachlassen würde. Ihr Gesicht von so traumhaftschönen Linien definitiert brannte sich förmlich in meinen Verstand und auch ihr Busen der rief regelrecht meinen Händen zu `Berührt uns!´ ... und das nicht nur einmal. Ich sagte nur: „Wie schön du bist. Ich liebe dich.“
Sie rang mit sich, einerseits wollte sie sich dem Gefühl von Liebe hingeben, doch andererseits wollte sie ehrlich bleiben und sagte es noch einmal, doch jetzt stotternd und ihre Worte wurden von einer Träne begleitet, welches ihre Ernsthaftigkeit noch einmal unterstrich: „Alles was du siehst ist eine Täuschung, eine Nebenwirkung des Tranks, den ich dir gegeben hab.“
Ich strich über ihre Nase, die vor einer Weile noch von einer Warze mit paar Borsten geziert war ... sie sind weg? Das ist mir real genug dachte ich mir und strich ihr die Träne von der Wange. „Wenn es stimmt, daß du noch immer häßlich bist wie vorhin, so bist du in diesem Moment von perfekter Schönheit für mich und die ...“
Sie hielt mir den Mund zu, wollte keine weiteren Worte ertragen müssen, an denen sie mit jedem weiteren schwerer zu schleppen schien. „Sag bitte nichts, was den Handel gefährden würde und die Zeit für dich auf ewig ein Gefängnis werden läßt ... denn momentan bin ich real, doch nach dieser Nacht bin ich fort.“ Wieder rannen zwei Tränen an ihren Wangen herunter, gefolgt von einer weiteren, und es wirkte auf mich, daß sie es ernst meinte, auch wenn ich es nicht verstand ... noch nicht.
Eines wurde mir aber bewußt: Die Zeit war knapp! Ich flüsterte leise, als ob es niemand hören dürfte: „Liebe mich, bitte, ich will dich.“ Ich ging langsam in die Knie und sah zu ihr hoch. Dann fragte ich: „Liebst du mich?“
Ihre Augen füllten sich erneut vom Wasser ungeborener Tränen, und während sie begann langsam ihre Augen zu schließen legte sie allmählich ihren Kopf in den Nacken, eine Träne nach der anderen rann über ihre Wangen, die wohl ein Zeichen von Schmerz aber auch von Glück waren, doch das wurde mir erst viel viel später klar ... und ihre Hände lockerten das Band ihres Rockes, welcher nicht verschmutzt war, wie anfangs ... naja, jedenfalls sah es für mich so aus.
Langsam fuhr der Stoff über ihre Haut herunter und ihr Körper war unverhüllt. Ich kniete vor meiner Schönheit, die eine Fatamorgana war ... oder ein Spiegelbild meiner Phantasie?
---> ... und es zeichnete den Weg meines Lebens vor.
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